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Friedhof Wittenberge : Jedes fünfte Grab verwildert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verwaltung beklagt mangelnde Pflegebereitschaft der Angehörigen / Rasengräber nach wie vor nicht satzungsgemäß genutzt

von
erstellt am 02.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Wild wucherndes Gestrüpp, instabile Grabmale, Reste von Erdvasen und Blumentöpfen: Manche Grabstellen auf dem Wittenberger Friedhof haben mit einer ehrwürdigen Ruhestätte nichts mehr gemein. Das Ausmaß der Verwilderung ist größer, als es beim Gang durch die Grabfelder auf den ersten Blick scheint. „Wir reden hier über rund 20 Prozent der Grabstellen“, sagt Ingo Lipinski, Leiter der Friedhofsverwaltung. Jüngst führte er die Mitglieder des Werksausschusses Stadtbetriebshof Wittenberge über das 24 Hektar große Areal und erläuterte die Probleme, mit denen er und seine Mitarbeiter aktuell zu kämpfen haben.

„Ein Teil der vernachlässigten Gräber sind solche, wo Angehörige weit weg leben oder gar verstorben sind. Mit dem Tode der Nutzungsberechtigten endet das Nutzungsrecht ja nicht, aber die Pflege hört auf“, so Lipinski. Andererseits gebe es auch sehr junge Grabstellen, die in einem unmöglichen Zustand seien. „Wir weisen in Aushängen und auf kleinen Schildern direkt an den Grabstellen darauf hin, dass das Grab gepflegt werden muss. Weiterhin versuchen wir, verzogene Nutzungsberechtigte zu ermitteln und an die Grabpflege zu erinnern.“

Bleibe das alles erfolglos, beräumten die Mitarbeiter das Grab und gestalteten es pflegeleicht – meist einfach durch das Ansäen von Rasen. Die Kosten dafür tragen unterm Strich alle anderen Friedhofsnutzer.

Auch was die satzungsgemäße Nutzung der Rasengrabstätten angeht hat sich nichts geändert. Diese Gräber sind schlicht gehalten und nur mit einer Grabplatte gekennzeichnet, Blumen und Vasen sind nicht gestattet, weil sie die maschinelle Pflege behindern. „Die Leute stellen nach wie vor alles Mögliche auf die Grabplatten, und unsere Mitarbeiter müssen es wegräumen“, sagt Lipinski und fügt hinzu, dass Blumen und Vasen neuerdings direkt entsorgt und nichtmehr auf die dafür vorgesehene Abstellfläche gestellt würden. „Es kam schon vor, dass das abgeräumte Material nach einer Stunde wieder auf der Grabplatte stand.“

Neben Verwilderung und Satzungsverstößen kämpft der Friedhof auch mit einem grundsätzlichen Problem: Seiner Größe. „24 Hektar sind zu viel für unsere Stadt“, sagt Lipinski. Aus diesem Grund strebe man perspektivisch an, den Friedhof zu zentralisieren und die Randbereiche parkähnlich zu gestalten. „Verkleinern ist kaum möglich, aber so halten wir zumindest die Wege kurz.“

Wer sich über den Wittenberger Friedhof genauer informieren will, kann das am Samstag, dem 13. September, ab 10 Uhr beim Friedhofstag tun. Dazu sind auch Bestatter, Floristen und Vorsorgeexperten vor Ort.

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