Sportgeschichte : Jahn-Schüler kehrt zurück

Verehrt den berühmtesten Sohn des Dorfes: Bürgermeister Hans Borchert kümmert sich seit Jahren intensiv um das Museum des Turnvater Jahns. Hier zeigt er auf die jüngste Errungenschaft, auf das Bild von Albert Baur.
Verehrt den berühmtesten Sohn des Dorfes: Bürgermeister Hans Borchert kümmert sich seit Jahren intensiv um das Museum des Turnvater Jahns. Hier zeigt er auf die jüngste Errungenschaft, auf das Bild von Albert Baur.

Lanzer Museum zeigt neue Leihgaben von Albert Baur, einem Freund des Turnvaters

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15. Juli 2015, 12:00 Uhr

Das passt: Kurz vor Beginn des jährlichen Jahn-Sportfestes am vergangenen Wochenende in Lanz ist die Gedenkstätte des berühmtesten Sohn des Dorfes, Friedrich Ludwig Jahn, um einige Ausstellungsstücke reicher.

In einer extra angefertigten Vitrine haben Bücher und Broschüren zu Albert Baur ihren Platz gefunden und an der Wand prangt ein wertvolles Ölgemälde – Baur im Alter von 54 Jahren darstellend. Gemalt wurde es von Gustav Engelbach, der einst auch den deutschen Turnvater Jahn porträtierte. Das kostbare Gemälde befindet sich im Familienbesitz von Baurs Nachfahren. Die stellten es jetzt der Jahn-Gedenkstätte als Leihgabe zur Verfügung.

Aber wer war dieser Albert Baur? „Er war ein Jahn-Jünger und stand dessen Sache positiv gegenüber. Er war Pfarrer und hat unter anderen den ersten Turnplatz in Bad Belzig errichtet“, weiß Hans Borchert, Bürgermeister der Gemeinde Lanz und Vorsitzender des Jahn-Fördervereins, zu berichten.

Als Siebenjähriger soll Baur (geboren 1803) Jahn auf der Straße angesprochen und gefragt haben, ob er zum Turnen kommen könne. So war der Kontakt hergestellt und ab 1812 besuchte der junge Albert den Turnplatz. In Jahns Schriften ist Baur mehrfach erwähnt; er nennt ihn seinen Bruder und lobt sein turnerisches Können. 1862 gründete Baur den Belziger Turnverein. „Er war früher mehrmals bei den Jahns hier in Lanz zu Besuch“, sagt Borchert.

Die Leihgaben überbrachte Klaus Pomp, Vorsitzender der Evangelischen Sportarbeit Berlin-Brandenburg. Der Bad Belziger ist seit Jahren damit beschäftigt, das Wirken des 1886 gestorbenen Turners und Pfarrers zu erforschen. Auf viel Gegenliebe bei den Verantwortlichen der Kurstadt stieß er bisher nicht.

Zwar wird Baurs Grabstätte auf dem Friedhof von den Vereinen der Stadt gepflegt und ist die Mehrzweckhalle nach ihm benannt worden, doch „ein Museum haben sie nicht“, weiß Hans Borchert, der erst kürzlich beim Albert Baur Sportfest in Bad Belzig als Vorsitzender des Fördervereins Werbung in eigener Sache betreiben wollte.

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