Deligiertenkonferenz des Jagdverbands Perleberg : Jägerschaft mit neuem Chef

Jagdhornbläser begleiteten die Verkündung der Strecke des Jagdjahres.  Fotos: ronald ufer
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Jagdhornbläser begleiteten die Verkündung der Strecke des Jagdjahres. Fotos: ronald ufer

Waidgenossen wollen die Natur- und Waldinformationen ausbauen – Abschusszahlen bleiben weitgehend konstant

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22. März 2016, 12:00 Uhr

Marco Radloff ist am Samstag zum neuen Vorsitzenden des Jagdverbandes Perleberg gewählt worden. Er übernahm das Amt von Bernhard Elstner, der aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtete. Die anderen Vorstandsmitglieder und Beisitzer wurden auf der Delegiertenversammlung in Perleberg wiedergewählt. Radloff war Leiter der Jägerschaft Wolfshagen. Er wolle Ansprechpartner für alle Jäger sein und die erfolgreiche Arbeit fortführen, sagte er nach der Wahl.

Elstner hatte im Rechenschaftsbericht angesichts des diesjährigen Jubiläums auf die gute Arbeit der vergangenen 25 Jahre verwiesen. Rund die Hälfte der 443 Verbandsmitglieder sei schon bei der Gründung dabei gewesen. Bejagt werden rund 120 000 Hektar. Über die sechs Jagdhornbläsergruppen, die Hubertusmessen und 22 Mitglieder, die in Schulen bei der Natur- und Umwelterziehung unterstützten, werde der Verband auch öffentlich stark wahrgenommen. 2017 soll mit einem eigenen Infomobil-Lernort Natur die Informationsarbeit über Umwelt, Wald und Jagd ausgebaut werden.

Neue Wege werden bei der Ausbildung des Nachwuchses eingeschlagen. Nachdem bereits im Vorjahr erstmals eine Sommerschule mit einem dreiwöchigen Kompaktkurs angeboten wurde, wird diese Form ausgebaut. In diesem Jahr werden mehrere Wochenendlehrgänge vorgeschaltet, um eine bessere Basis für den Lehrgang zu schaffen. Zudem wird die Zusammenarbeit der angehenden Jäger mit Mentoren ausgebaut.

Der Sommerkurs der Prignitzer Jägerschule richtet sich an Jugendliche, die vor dem Studium oder Arbeitsbeginn die Jägerprüfung ablegen wollen. Das Angebot wird gut angenommen. Die bisherigen Winterlehrgänge finden eher weniger Teilnehmer. Ausbildungs- und Schießverantwortlicher Peter Wlodarz plädierte dafür, dass jeder Jäger einmal im Jahr auf dem verbandseigenen Schießplatz trainieren solle, um seine Treffsicherheit zu schulen und damit dem Wild unnötige Qualen zu ersparen.

Ein Thema war auch der Wolf. Obwohl es noch keinen Nachwuchs in der Prignitz gibt, wurde mit Blick auf Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen schon mittel- und langfristig über eine Aufnahme des streng geschützten Tieres in die Bejagung nachgedacht.

Bei der Vorstellung der Abschusszahlen für das vergangene Jagdjahr machte der 2. Vorsitzende Udo Becker auf die Diskrepanz zwischen den 488 von der Polizei registrierten Wildunfällen im Verbandsgebiet und dem gemeldeten Unfallwild aufmerksam. Diese Lücke müsse zügig geschlossen werden. Bei Rotwild betrug die Strecke 252 Tiere, im Jahr zuvor waren es 235. Bei Damwild wurden 74 Stück geschossen, dabei allein 45 von der Jägerschaft Lanz. Diese schoss auch fast die Hälfte der 82 Mufflons. Bei Schwarzwild wurden 1546 Tiere erlegt, fast so viele wie ein Jahr zuvor. 215 Wildschweine gingen auf das Konto der Jägerschaft Laaslich. Geschossen wurden auch 2414 Stück Rehwild, besonders treffsicher war die Jägerschaft Löcknitztal. Zudem gab es einen erheblichen Unfallanteil. Zur Strecke gebracht wurden auch 323 Marderhunde und 1299 Waschbären. Alle elf im Bereich der Jägerschaft Rohlsdorf zu Tode gekommenen Hasen wurden überfahren. Die Verlesung der Strecke wurde jeweils von den Jagdhornbläsern mit den entsprechenden traditionellen Signalen begleitet.

In der Diskussion wurde über Bemühungen der Lenzener Jägerschaft informiert, angesichts der Unfallzahlen mit Reflektoren und Wildwarnern die Lage zu verbessern. Dabei wollen sich die Weidgenossen auch um Lottomittel sowie um Gelder des Landkreises bemühen.

Am Abend feierten die Waidgenossen mit einem Jägerball das 25-jährige Bestehen des Jagdverbandes Perleberg.  

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