Jäger feiern selbstbewusst

Pfarrer Christian Gogoll während der Predigt. Musikalisch gestaltet wurde die Hubertusmesse von der Jagdhornbläsergruppe Pritzwalk.
Pfarrer Christian Gogoll während der Predigt. Musikalisch gestaltet wurde die Hubertusmesse von der Jagdhornbläsergruppe Pritzwalk.

5. Hubertusmesse in der Kehrberger Kirche / Jüngere Mitglieder sollen Tradition fortführen

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06. November 2017, 10:35 Uhr

„Wenn wir unsere Tradition nach außen tragen, so müssen wir diese nicht schlecht reden lassen, wenn wir nachhaltig in die Natur eingreifen“, so Bodo Wichura, Jägerschaftsleiter und Revierförster während der 5. Kehrberger Hubertusmesse. Zahlreiche Jäger sind in die Kirche gekommen. Dass es ständig mehr Teilnehmer werden, freut Bodo Wichura, denn für ihn ist es ein Zeichen, dass die Tradition bei den Jagdleuten ankommt.

Pfarrer Christian Gogoll begrüßt alle Teilnehmer der Hubertusmesse und verweist darauf, dass die Jäger eine der wenigen Gilden ist, die sich ihren eigenen Gottesdienst bewahrt hat. „Es ist das Erntefest der Jäger, das wir mit der Hubertusmesse feiern“, so der Pfarrer in seiner Predigt. „Mit der Hubertusmesse tun wir etwas gegen die Gottvergessenheit und wir nutzen dieses Erntefest der Jäger, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Was ist gelungen, was blieb unvollendet und was ist uns missraten?“

Bodo Wichura würdigt noch einmal das Wirken der Jäger: „Wir sind eine Gruppe von Landnutzern, die mit der Jagd nachhaltige Waldpflege betreiben. Wir töten die Tiere nicht zum Spaß. Was wir tun, machen wir mit großer Verantwortung gegenüber der Natur und den Menschen.“ Für ihn sei es eine Freude, dass die Zahl derjenigen, die die Hubertusmesse besuchen, ständig steigt. Lücken, die die Alten hinterlassen, werden inzwischen von Jungen geschlossen. Besonders ihnen rief er zu, „sich der Tradition zu stellen und diese auch in der Zukunft zu pflegen“.

Pfarrer Gogoll erinnert in seiner Predigt an den Heiligen Hubertus, der als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris lebte. Als er verwitwete, ging dieser als Einsiedler in die Wälder. Hier fand er seinen Glauben, kehrte zurückgekehrt in die Zivilisation und wurde Bischof.

Ihm wird auch die Mittelalterlegende angedichtet, wonach der Heilige auf der Jagd vom Anblick eines prächtigen Hirsches mit einem Kruzifix zwischen den Sprossen des Geweihs bekehrt wurde. Dadurch wurde Hubertus zum Schutzpatron der Jagd, zu dessen Ehren alljährlich um den 3. November Hubertusmessen stattfinden.

„Die große Botschaft aus dieser Geschichte verweist uns darauf, Gottes Schöpfung mit Respekt zu begegnen“, wendet sich der Pfarrer an die Jäger. Christian Gogoll geht auch auf den ständigen Begleiter der Jäger, den Hund, ein. „Tier und Mensch bilden hier ein unverwechselbares Gespann mit Stärken und Schwächen. Es ist diese Art von Beziehung, die wir in unserer Welt brauchen.“

Mit einem „Jagd vorbei, Halali“ gedenken die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung den Verstorben Katharina Löchner und Hans-Werner Ladewig.

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