Elbestadt setzt auf pfiffige Ideen : Italiener denken für Wittenberge

b_07928d44-a361-43ef-b28c-95ce79ab21fc

Namhaftes Büro holt 1. Platz im Europan-Wettbewerb für die Hafenspeicher. Ausstelllung und Workshops geplant.

von
06. Februar 2014, 08:00 Uhr

Professor Camillo Magni lehrt in Mailand, ist Präsident der Architectes Sans Frontiers (Architekten ohne Grenzen) in Italien, ist in den USA und Südamerika tätig – und er interessiert sich – gemeinsam mit den Mitarbeitern seines 2007 gegründeten Opera-Architekturstudios – für die Speicher in Wittenberge. Am Freitagabend letzter Woche haben Stadtbauamtsleiter Martin Hahn und seine Stellvertreterin Petra Lüdtke das Opera-Team kennengelernt und nach Wittenberge eingeladen. In Heidelberg fand – der „Prignitzer“ berichtete – die Ehrung der jeweiligen Sieger und Platzierten für die deutschen Standorte im Europan-Wettbewerb 2012/13 statt.

Das Opera-Team mit Magni Camillo, Paci Lucia, Nobili Francesco, Zecchetti Andrea unter Mitarbeit von Monti Mirco zählt zu jenen 41 Architektur- und Planungsbüros, die sich im Zuge von Europan Gedanken um die künftige Nutzung der Hafenspeicher und des nicht mehr industriell benötigten Stadtquartiers ringsherum gemacht haben. Wer sich an dem Wettbewerb beteiligt, reicht seine Ideen anonym ein.

Petra Lüdtke sagt, es sei erstaunlich, vor allem aber erfreulich, dass sich ein solches erfahrenes Büro für die Aufgabenstellung in Wittenberge interessiert. Die beiden Wittenberger Stadtvertreter hatten, so Lüdtke, Gelegenheit sich in Heidelberg mit Professor Magni auszutauschen. „Er sagte uns, er hätte für seine Teilnahme am Wettbewerb bewusst nach einem deutschen Standort gesucht“, so die stellvertretende Bauamtsleiterin. An Wittenberge habe ihn das Spannungsfeld zwischen den Speichern als Landmarke und der umgebenden Natur gereizt. Der Professor habe in diesem Zusammenhang noch ein kleines Geheimnis verraten. Er lehre seinen Studenten, sie müssten den Ort kennen, für den sie als Architekt tätig sind. Gegen diesen Grundsatz hat der Professor nach eigenen Worten nun verstoßen. Wie sich zeigte, mit Erfolg. Den Besuch in Wittenberge wird er nachholen. Denn sein Büro hat wie auch die beiden spanischen Planungsbüros, die die Jury mit einem Ankauf bzw. einer Anerkennung für Wittenberge auszeichnete, die Einladung zu einer Präsentation der Arbeiten mit anschließendem Workshop voraussichtlich im April angenommen. „Keine der Projektideen kann 1:1 übernommen werden“, schätzt Petra Lüdtke ein. „Aber wir erhalten von außen Anstöße, Anregungen, Ansätze im Umgang mit diesem so markanten Bereich der Stadt.“ Das Siegerbüro setzt mit seinem Projekt „Re-Hub“ darauf, die von den Speichern geprägte Stadtansicht durch einzelne, die vorhandenen Bauformen modern interpretierende Gebäude zu ergänzen und das Umfeld sparsam zu ergänzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen