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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 11:53 Uhr

Ist der Flohmarkt am WEZ gestrichen?

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 06:49 Uhr

Wittenberge | War der Flohmarkt auf dem WEZ-Gelände am 3. Oktober der letzte?

"Wir als Kunden und die Händler befürchten das", sagt die Wittenbergerin Sieglinde Deul.

"Erst einmal ja. Aber wir bemühen uns sehr um eine kurzfristige Lösung, haben deshalb mit dem Veranstalter einen Termin vereinbart", positioniert sich der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Uwe Karger auf "Prignitzer"-Nachfrage. "Wir möchten sehr, dass es weitergeht."

Die Märkte auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum sind beliebt. Hier wird nicht nur mit Kleinkram aus dem Koffer, aus der Kiste oder von der Decke gehandelt. Auch Händler schlagen auf dem Flohmarkt ihre Stände auf.

"Wittenberge ist keine Stadt der Reichen. Hier gibt es viele Menschen, die dankbar sind, so gut und billig ’was zu kriegen, was sonst nicht möglich ist. Außerdem ist es auch eine Belebung der Stadt und eine Kommunikationsmöglichkeit für viele Menschen", argumentiert Sieglinde Deul für den Flohmarkt. Sie wie auch andere sind empört, als am 3. Oktober am WEZ das Gerücht die Runde macht, "dass es das letzte Mal sein soll, weil die Stadt den Flohmarkt jetzt verboten hat". Kunden und Händler sammeln spontan Unterschriften gegen die Schließung.

Adressat ist die Stadt, denn sie ist in den Augen von Käufern und Verkäufern die Schuldige.

Ein Vorwurf, den die Verwaltung mit allem Nachdruck zurückweist. Denn er stimmt nicht. Eher ist wohl das Gegenteil der Fall. Geht es nach brandenburgischem Recht und Gesetz hätte der Handel, auch wenn es sich offiziell um einen Flohmarkt handelt, an einem Sonntag gar nicht stattfinden dürfen. Es sei denn, der Veranstalter hat eine Sondergenehmigung wie sie die Kommune für sechs Sonn- bzw. Feiertage übers Jahr erteilen kann. An den ausgewählten Sonn- bzw. Feiertag kann jedes Geschäft öffnen und jeder einen Markt veranstalten, nicht nur der jeweilige Antragsteller, erklärt Karger. Die Abgeordneten haben die Termine für 2012 festgelegt. Für den 3. Oktober war keine Ausnahme beantragt.

Die Stadt räumt ein, dass sie bislang im Interesse der Kunden, die den Flohmarkt am WEZ sehr schätzen, alle Augen zugekniffen hat und nichts unternahm. "So können wir aber nicht weiter machen", sagt Karger. Der Grund: Die Aufsichtsbehörde des Landkreises habe die Stadt aufgefordert, die Gesetzlichkeit herzustellen. Damit sei der Markt am 3. Oktober erst einmal der letzte gewesen. Karger hofft aber, "dass wir kurzfristig eine Lösung finden, die dem Veranstalter und den Kunden gerecht wird". Ein Gesprächstermin sei vereinbart. Denkbar, so eine städtische Überlegung, ist beispielsweise, dass der Marktbetreiber vielleicht die von den Stadtverordneten für dieses Jahr beschlossenen Termine noch nutzen kann, sich eventuell aktiv in die Planungen für das nächste Jahr einbringt.

Der Marktbetreiber war gestern leider nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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