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Windräder in Kletzke : Investor droht Bürgern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anwohner wehren sich weiter gegen geplante Windräder / Betreiber kündigen Zusammenarbeit auf, ziehen Kompromisse zurück

Bürger aus Kletzke kämpfen weiter gegen geplante Windräder, da sie zu hoch und zu nah an der Wohnbebauung stehen würden. Der Investor reagiert mit einer Drohung.

Der Beschluss für den Vorentwurf des Bebauungsplanes für das Windgebiet bei Kletzke wurde auf der letzten Gemeindevertretersitzung des Jahres auf der Plattenburg durch die Abgeordneten nicht beschlossen. Mehrheitlich stimmten sie für einen Antrag von Ulrich Schulz aus Garz, den Beschluss über den Tagesordnungspunkt zu vertagen.

Vorausgegangen war dem Antrag eine umfangreiche Argumentation von Rainer Schneewolf, warum der Beschluss so nicht gefasst werden sollte. Schneewolf führte vor allem die mangelnde Information der Öffentlichkeit als Grund an, aber auch, dass der Vorentwurf zahlreiche Fehler bzw. Ungenauigkeiten enthielt.


Bedenken der Bürger ignoriert?


So seien zwar auf einer Versammlung des Bauausschusses auch im Beisein von Kletzker Bürgern Parameter wie Schattenwurf, Geräuschemission und Fledermausmonitoring vorgestellt worden, allerdings fehlten diese Aussagen auf dem Vorentwurf zur öffentlichen Auslegung, so Schneewolf.

Außerdem wies er darauf hin, dass in den Nachbargemeinden Bürgerbefragungen stattgefunden haben zu solchen Themen, womit die Kommune ein eindeutiges Votum bekommen habe, mit dem sie auch in die Beteiligungsverfahren gehen könne.

„Dort hat man es dann geschafft, dass die Abstände zur Wohnbebauung deutlich größer sind, als bei dem, was hier im Moment geplant ist“, so Schneewolf. Im Bereich der Gemarkung Kletzke sollen zum Teil mit einem Abstand von nur 650 Metern zur Wohnbebauung vier 200 Meter hohe Windkraftanlagen gebaut werden.

Die Kletzker haben sich mit mehr als 200 Unterschriften gegen die Errichtung der Anlagen ausgesprochen und fordern für den Fall, dass die Anlagen dennoch gebaut werden, einen größeren Abstand und zwar von mindestens 1000 Metern. Dabei stört die Kletzker Einwohner, von denen etwa 20 zur Gemeindevertretersitzung in die Plattenburg gekommen waren, vor allem der geringe Abstand zur Wohnbebauung und die Höhe der Anlagen.
Martin Nagel von der Gemeindeverwaltung machte deutlich, dass es sich lediglich um einen Vorentwurf handeln würde. In der vierwöchigen Auslegungsphase könnten die Bürger alle ihre Einwände vorbringen, so Nagel, die dann in einem endgültigen Planentwurf berücksichtigt werden würden.
Nach der Entscheidung, den Vorentwurf noch nicht zu beschließen, äußerte sich ein Vertreter der Investorengruppe dahingehend, dass man nun nicht länger gewillt sei, entgegenkommend mit der Kommune und den Bürgern zusammenzuarbeiten. Er als Investor könne das Planungsverfahren auch ohne die Kommune in Gang setzen, ohne Rücksicht auf die Belange der Einwohner zu nehmen.

In einem solchen Verfahren würde ein fehlendes Einverständnis der Kommune durch die Landesbehörde ersetzt werden, freiwilliges Entgegenkommen wie das zeitweilige und nächtliche Abschalten von Anlagen würde der Investor dann nicht mehr berücksichtigen.
Im Anschluss an den Beschluss zur Vertagung vereinbarte man im Januar eine erneute Einwohnerversammlung in Kletzke durchzuführen, um die Planungen und das Vorhaben nochmals öffentlich darzustellen.
 

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