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Bürgermeisterwahl in Wittenberge : Interessent für Markt im Zentrum

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Für die freie Fläche in der Prignitz-Galerie könnte es eine Lösung geben, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann beim Wahl-Talk

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erstellt am 06.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Am kommenden Sonntag ist Bürgermeisterwahl in der Elbestadt. Der Amtsinhaber, Dr. Oliver Hermann, ist der einzige Kandidat. Am Dienstagabend stellte er sich im Kleinen Saal des Kultur- und Festspielhauses den Fragen von „Prignitzer“-Redaktionsleiter Hanno Taufenbach sowie der Bürger.


Belebung der Innenstadt


Nach dem Rückzug von Edeka verwaist die Prignitz-Galerie immer mehr. Doch es gibt Hoffnung. „Derzeit laufen Gespräche mit einem Interessenten für die Supermarktfläche“, sagte Hermann auf die Frage von Hanno Taufenbach, wie es mit der Immobilie weitergehen soll. „Allerdings reichen dem Interessenten die aktuellen Parkplätze rund um den Markt nicht“, so Hermann. Deswegen wird über weitere Stellmöglichkeiten nachgedacht. „Möglich wären sie in der verlängerten Wilhelmstraße.

Außerdem steht der Eckbau Wilhelmstraße/Bahnstraße seit Jahren leer. Die Stadt hat das Gebäude kürzlich gekauft. Ein Abriss sei vorstellbar, Parkplätze könnten entstehen. „Aber nur, wenn es eine Zusage für den Markt gibt“, schränkt Hermann ein. Das nächste Gespräch mit dem Interessenten soll noch in diesem Monat stattfinden. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es ist noch einiges zu tun.“ Letztlich muss sich der Marktbetreiber mit der Eigentümerin der Prignitz-Galerie über die Mietkonditionen einigen.

Aber auch der Einzelhandel und der Wittenberger Interessenring (WIR) müssten ihren Beitrag für die Belebung der Innenstadt leisten. „Wir wünschen uns vom WIR mehr Aktivitäten“, so Hermann. Finanziell prüfe die Stadt Fördermöglichkeiten, um den Verein dabei zu unterstützen.


Baumfällungen als Trend?


Besucher, die regelmäßig nach Wittenberge kommen, bemerken, dass das Stadtgrün weniger wird. Gibt es für das Fällen alter Bäume keine Alternativen oder sind diese zu teuer?, schnitt Taufenbach ein umstrittenes Thema an. „Bei den letzten Sanierungen wurden immer auch Bäume gepflanzt. Ich erinnere an die Elbuferpromenade oder die Rathausstraße“, erwiderte Hermann. Die Meinungen, ob Bäume an einem Standort gut oder schlecht seien, gingen auseinander. „In einem Fall sagte ein Investor, dass die Bäume vor dem Wohnhaus zu groß seien und dadurch zu viel Schatten werfen würden. Das wiederum würde potenziellen Mietern nicht gefallen.“

Nur selten komme es vor, dass große Straßenbäume erhalten bleiben. „Das liegt daran, dass sie früher falsch gepflanzt wurden und für die neuen Vorgaben im Straßenbau zum Beispiel zu dicht an der Fahrbahn stehen.“ Bei Neupflanzungen werde dies aber bedacht.


Haushalt und Wirtschaftsförderung


Wittenberge befindet sich in der Haushaltskonsolidierung. Oliver Hermann bleibe beim Blick auf die Finanzen dennoch optimistisch. „Den Haushalt weiter zu konsolidieren, ist eines meiner wichtigsten Ziele. Man muss es aber auch nicht dramatisieren. Wir tilgen die Schulden und sind in einer guten Liquiditätslage.“ Laut Hermann hat Wittenberge die höchste Investitionsquote in der Prignitz. „Das liegt auch daran, dass wir viele Fördermittel generieren können.“

Beim Bau des Mischfutterwerks im Gewerbegebiet Süd gebe es zwar erneut eine kleine Verzögerung, „aber die Firma hält an ihrem Vorhaben fest.“ Allerdings könne der Bau nur vom 1. August eines Jahres bis zum 18. Februar des Folgejahres erfolgen. Außerhalb dieses Zeitraums ist Brutzeit.


Zusammenarbeit mit Perleberg


Längst schon sollte die Zusammenarbeit mit Perleberg im gemeinsamen Mittelzentrum vollzogen sein. Doch passiert sei nicht viel, räumte das Stadtoberhaupt ein. Zwar könnten beide Kommunen dadurch Geld sparen, aber sie müssten sich auch von Kompetenzen trennen, die die jeweils andere Stadt übernehmen würde. Das sei ein schwieriger Prozess, der auch rechtlich knifflige Fragen aufwerfe.

Bis Jahresende soll aber das Technologie- und Gewerbezentrum Wittenberge gemeinsam betrieben werden. Das wäre ein Anfang, auf dem sich aufbauen ließe. „Wenn wir das nicht hinbekommen sollten, dann können wir es ganz sein lassen“, sagte Oliver Hermann.

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