Wittenberge : Interessent für Bahnhof gefunden

Im Abendlicht ein imposantes Gebäude. Trotzdem ist der Bahnhof schwer an den Mann zu bringen.
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Im Abendlicht ein imposantes Gebäude. Trotzdem ist der Bahnhof schwer an den Mann zu bringen.

Im September gibt es die nächsten Gespräche zur Veräußerung des Bahnhofsgebäudes

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17. August 2016, 12:00 Uhr

Steht das Wittenberger Bahnhofsgebäude kurz vor dem Verkauf? Dazu gibt es derzeit keine verbindlichen Auskünfte. Fakt ist aber, dass der als Denkmal geschützte Klassizismusbau nicht mehr auf der Liste jener Immobilien zufinden ist, die die Bahn AG veräußern will.

Nach Recherchen des „Prignitzers“ zeichnet sich derzeit möglicherweise eine Lösung für das Gebäude ab. Das bestätigten auf Nachfrage des „Prignitzers“ Bürgermeister Dr. Oliver Hermann und Bauamtsleiter Martin Hahn. Man sei mit der Bahn im Gespräch, sagen sie. Der nächste Termin sei für September anberaumt. Es gehe um den Verkauf an die Kommune. „Aber wir sind mit den Gesprächen noch nicht am Ziel“, betont das Stadtoberhaupt. Es gebe noch Klärungsbedarf beispielsweise mit Banken wie auch mit dem Denkmalschutz.

Wenn die Stadt das Bahnhofsgebäude kauft, dann mit großer Wahrscheinlichkeit als Zwischenerwerber. „Das ist der von uns bevorzugte Weg“, so der Bauamtsleiter.

Nach Recherchen der Redaktion soll ein Investor aus der Stadt Interesse an dem Gebäude signalisiert haben, das er aber nicht allein nutzen will. „Es wird auf einen Nutzungsmix hinauslaufen“, sagt Hahn.

Für die Bahn hatte Unternehmenssprecher Burkhard Ahlert bereits im Frühjahr dieses Jahres im Zusammenhang mit Verkaufsgesprächen betont, dass für den Konzern das Gebäude nicht mehr betriebsnotwendig und damit entbehrlich sei“. Zu den Preisvorstellungen hatte Ahlert sich zu Jahresbeginn nicht geäußert. 2011, als die Verkaufsabsicht erstmals öffentlich wurde, war unbestätigt die Rede von rund 300  000 Euro für das 170 Jahre Denkmal mit rund 3000 Quadratmeter Nutzfläche.

Das Wittenberger Empfangsgebäude gehört zu jenen weit über 100 im Land, die die Bahn abstoßen möchte. Bereits mit Erfolg hat der Konzern sein ebenfalls 170 Jahre altes und unter Denkmalschutz stehendes Empfangsgebäude in Glöwen veräußert. Wie der „Prignitzer“ in seiner Montagsausgabe berichtete, hat ein Investor das Gebäude mit rund 800 Quadratmeter Nutzfläche erworben und dort Wohnungen sowie Gewerbeflächen hergerichtet.

Ebenfalls zum Verkauf steht auf dem hiesigen Bahnhof das Gebäude der ehemaligen Übernachtung. Der Gebäudekomplex besitzt eine Gesamtnutzfläche von 1621 Quadratmetern, wovon 333 Quadratmeter genutzt werden, und zwar von der DB Netz AG und von der Bundespolizei.  

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