Landwirte wollen stärker aufklären : Interesse und Unwissenheit groß

Ställe öffnen, die Menschen hineinschauen lassen – das bietet u. a. der Kuhsdorfer Landwirt Robert Hagemann (2. v. l.) bereits an. Diesen Sommer nahm er den ersten Tierwohlstall der Prignitz in Betrieb. Zuvor wurde die Anlage bei einem Treffen von Vertretern mehrerer Prignitzer Verbände in Augenschein genommen. Links: Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz e. V. Er regte beim Kreisbauerntag die stärkere Öffnung landwirtschaftlicher Betriebe an.
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Ställe öffnen, die Menschen hineinschauen lassen – das bietet u. a. der Kuhsdorfer Landwirt Robert Hagemann (2. v. l.) bereits an. Diesen Sommer nahm er den ersten Tierwohlstall der Prignitz in Betrieb. Zuvor wurde die Anlage bei einem Treffen von Vertretern mehrerer Prignitzer Verbände in Augenschein genommen. Links: Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz e. V. Er regte beim Kreisbauerntag die stärkere Öffnung landwirtschaftlicher Betriebe an.

Beim Prignitzer Kreisbauerntag ging es um gute Ernteerträge sowie Nachholebedarf in der Image- und Öffentlichkeitsarbeit

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08. November 2014, 12:00 Uhr

Ein gutes Erntejahr mit einem Vegetationsvorsprung von bis zu vier Wochen aufgrund des milden Winters liegt hinter den Prignitzer Landwirten. Vor kurzem zog der Kreisbauernverband Prignitz e. V. auf seiner Jahresversammlung in Karstädt Bilanz.

Überdurchschnittlich seien die Erträge insbesondere bei Mais und Kartoffeln gewesen. Auch bei Zuckerrüben zeichne sich ein Plus gegenüber dem Vorjahr ab, so Pawlowski in seinem Rechenschaftsbericht. Gute Ernten bedeuten allerdings fast immer auch: Preisverfall. Gut waren diejenigen dran, die Vorverträge geschlossen hatte. Die sehr guten Erntemengen konnten die Preisrückgänge abfedern, aber nur zum Teil und nicht in jedem Betrieb.

Pawlowski stellte in seinem Resümee auch heraus, dass das Interesse an der Land- und Ernährungswirtschaft ebenso so groß sei, wie die Unwissenheit darum. „Wir müssen selbst in die Offensive gehen, die Sorgen der Verbraucher aufgreifen“, forderte er und ergänzte: „Die Öffentlichkeit weiß nicht, dass wir mit moderner Technik und neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis die Produktivität knapper Ressourcen zu ihrem Nutzen steigern und dadurch zum Schutz von Landschaft und Biodiversität beitragen.“ Landwirte müssten mehr denn je ihre Unternehmen zeigen, die Hoftore öffnen und den Menschen verdeutlichen, dass sie verantwortungsvoll arbeiten. Die Produktion hinter hohen Zäunen und verschlossenen Türen sollte – unter Einhaltung der Sicherheits- und Seuchenstandards – vorbei sein, zumal in einer Zeit, in der stärker auf Regionalität geschaut, in der Öko- und Bioprodukte immer mehr gefragt seien. Kritisch angesprochen wurde die seit Jahren schlechte Beteiligung an der „Brandenburger Landpartie“ – sie sei aus landwirtschaftlicher Sicht gleich Null, so Pawlowski. Er hofft, dass 2015 ein Konzept in Kooperation vieler Akteure auf die Beine gestellt werden kann und blickt dabei auf die Region um Bad Wilsnack mit ihrem Erlebnispunkt Bahnhof.

Neben der Image- und Öffentlichkeitsarbeit stand auch die Nachwuchsgewinnung im Fokus, die sich immer schwieriger gestalte, so Pawlowski. In diesem Zusammenhang lobte er das Projekt „Landaktiv“, das in der Prignitz von Koordinatorin Marina Maaß betreut wird. „Landaktiv“ sei eine gute Möglichkeit, sich auf Ausbildungsmessen und in Schulen zu präsentieren. Auch die Landgenossenschaft Pröttlin hob Pawlowski hervor. Sie beteilige sich aktiv an Messen und biete eine sehr gute Lehrlingsausbildung.


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