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KSV Prignitz mit Wurzeln im Krankenhaus : Integration in der Vereinssatzung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mitglieder des KSV Prignitz e.V. arbeiten beinahe vollständig im Kreiskrankenhaus. Knapp ein Fünftel hat einen Migrationshintergrund.

Schreibt man den Namen KSV Prignitz e.V. aus, wird schnell deutlich, worauf der Verein zurückzuführen ist, der seit der Saison 2016/17 in der 2. Kreisklasse West spielt. „Das KSV steht für Krankenhaus Sportverein und genau dort liegen auch unsere Wurzeln“, erzählt Sebastian Sturm, der im Verein nicht nur Spieler, sondern auch Trainer und Vereinsvorsitzender ist.

Angefangen hat alles vor über einem Jahr. „Wir haben schon immer bei Wirtschaftsturnieren ein Krankenhausteam gestellt, haben die Wochen vorher trainiert und wollten, dass wir auch regelmäßig zusammen Sport treiben“, ergänzt Manuel Siegmund. Beide sind nicht nur Spieler des KSV, sondern auch Krankenpfleger im Kreiskrankenhaus Prignitz.

Nach einigen bürokratischen Hürden erfolgte die offizielle Vereinsgründung und nun auch der Spielbetrieb in der 2. Kreisklasse. Jeden Montag ist nun in Perleberg Training und die Truppe steht sogar derzeit auf einem oberen Tabellenplatz, ein Aufstieg ist also durchaus denkbar. Doch ist das nur ein Nebenaspekt. „Wir sind ja alle auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus tätig und so eine gemeinsame Freizeitgestaltung ändert natürlich auch den Umgang miteinander“, verdeutlicht Sturm. „Das ist dann zwischenmenschlich eine ganz andere Basis, die sich dann auch auf die Arbeit überträgt“, ergänzt Siegmund.

Eine wichtige Verbindung leistet der gemeinsame Sport. Von den derzeit 32 Mitgliedern hat ein Fünftel einen Migrationshintergrund. Sogar in der Vereinssatzung wurde der integrative Gedanke verankert. Egal ob Bulgaren, Kosovo-Albaner oder Iraner, alle kicken gemeinsam beim KSV. „Ob mit oder ohne Migrationshintergrund, es ist immer gut, etwas in der Gruppe zu unternehmen, dennoch profitieren alle davon und es ist eine gute Einbindung“, meint der KSV-Trainer. „Viele haben auch schon das Gespräch mit mir gesucht und sind begeistert. So etwas ist natürlich immer ein privater Pluspunkt. Wenn man ein Zuhause schafft, bindet man die Leute auch an den Standort und baut etwas auf, das ist ganz wichtig“, so Betriebsratsvorsitzender Konrad Ahrendt. „Die Frauen kommen mit ihren Kindern dann auch zu den Heimspielen, stehen am Spielfeldrand, kommen mit anderen Frauen ins Gespräch und werden so eingebunden“, ist sich Sturm sicher. „Als großer Arbeitgeber trägt so etwas natürlich immer zum Betriebsklima bei“, so Geschäftsführer Karsten Krüger. Doch gibt es bei allem Positiven eine Schwierigkeit. „Wir haben zwar 30 aktive und spielberechtigte Mitglieder, da wir alle aber im Schichtdienst arbeiten, fällt bei Heimspielen eine Schicht komplett raus, bei Auswärtsspielen sind es sogar zwei“, so der Vereinsvorsitzende. Dennoch sei es bisher immer gelungen, elf Spieler plus mehrere Ersatzleute aufzubieten. „Bei 600 Mitarbeitern ist es manchmal auch möglich, wenn es brenzlig wird, Schichten zu tauschen“, räumt Krüger ein. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. „Für viele Frauen ist Fußball nichts. Sie sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir nicht noch was anderes anbieten können“, erzählt Sturm. Laufen, Yoga, Radfahren oder auch Volleyball stand im Raum. „Wir haben dann eine Umfrage gemacht und viele haben sich für Volleyball entschieden“, so Manuel Siegmund. Diese neue Abteilung soll nun zeitnah ebenfalls unter dem Dach des Vereins entstehen. „23 Anmeldungen haben wir bereits. Es wird aber erst einmal nur Freizeitsport sein und kein Ligabetrieb“, so Sturm. Und noch einen Aufruf schicken alle Beteiligten hinterher: „Wir suchen noch weitere Mitglieder, egal ob sie im Krankenhaus arbeiten oder nicht“.

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