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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 06:34 Uhr

Inschrift im Monolith erhalten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Philosophie: Ein Denkmal ist so zu belassen, wie es einst entstanden ist / Stele soll entsprechende zeitliche Einordnung offerieren

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 09:23 Uhr

Der Auftrag zur Sanierung des Mahnmals auf dem Marienplatz ist seit geraumer Zeit vergeben. Ein Berliner Steinrestaurator hat den Zuschlag erhalten, ist aus dem Bauamt der Stadt auf Nachfrage zu erfahren. Eine Vielzahl von Nachunternehmer habe der Fachmann bereits gebunden, so beispielsweise für die Metallteilarbeiten. Bauamtsleiter Hagen Boddin rechnet damit, dass im Frühjahr mit der eigentlichen Sanierung des Mahnmals begonnen werde.

Derweil werden Stimmen laut, dass man im Zuge der Restaurierung die Inschrift im Monolith – „VVN Den Kämpfern für Frieden und Fortschritt“ – verändern solle. Ansinnen sei es aber, diese so zu belassen und auf einer Stehle oder Tafel, die im Umfeld aufgestellt werde, eine entsprechende Zuordnung, sprich Erklärung zu geben.

Warum? Das Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM) plädiert dafür, den Charakter des Denkmals nicht zu verändern, erläutert der Bauamtsleiter. Die Inschrift entspreche dem damaligen Zeitgeist. Eine nachträgliche Korrektur würde den Charakter, den historischen Hintergrund verändern. Die Philosophie aber ist, ein Denkmals so zu erhalten, wie es einst entstanden ist. Das sei auch die Aussage der im Vorfeld stattgefundenen Workshops gewesen, betont Hagen Boddin.

Mit dem ersten Bauabschnitt der Wittenberger Straße, sprich mit dem Bereich von der Koloniestraße bis zum Grahlplatz einschließlich des Marienplatzes, wird auch das VVN-Mahnmal saniert. Denn abreißen und neu bauen, diese Alternative steht nicht zur Debatte.

Seit September 1977 ist das Mahnmal Bestandteil der Denkmalliste des damaligen Kreises Perleberg. 2004 wurde es nach dem Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz als Einzeldenkmal eingestuft. Ausschlaggebend es als schützenswert zu erklären: „ … seine künstlerische, orts- und baugeschichtliche sowie städtebauliche Bedeutung“. Das heißt im Klartext aber auch, alle Maßnahmen, die das Erscheinungsbild oder die Substanz berühren bzw. verändern, bedürfen einer denkmalrechtlichen Erlaubnis. Und die hätte es zu einem Abbruch und Neubau nie gegeben, ist sich Bauamtsleiter Hagen Boddin sicher. Wenn ein historisches Objekt saniert werde, muss seine historische Substanz erhalten bleiben.

Dr. Bärbel Arnold vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege, die sich im vergangenen Frühjahr selbst ein Bild an Ort und Stelle gemacht habe, empfahl der Stadt, damit einen ausgebildeten Steinrestaurator mit Erfahrungen im Kunststein zu beauftragen, Fugen mit farblich angepasstem wasserfestem Kalkmörtel zu reparieren und eine Blechabdeckung für den Säulenumgang. Die weißen Kalkausblühungen am Denkmal können schonend mechanisch oder manuell entfernt, die Risse im Kunststein mit einer entsprechenden Injektionsmasse geschlossen werden. Und dieser Wege werde nun beschritten. Auftraggeber ist die BIG-Städtebau, die für die Stadt agiert.

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