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"Innenminister soll uns hier Rede und Antwort stehen"

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erstellt am 28.Apr.2011 | 06:14 Uhr

Wittenberge | Noch bis zum 10. Mai liegen unter anderem im Bürgerbüro im Untergeschoss des Rathauses, im evangelischen Gemeindehaus, in der Go-Tankstelle Perleberger Straße die Listen aus, auf denen Wittenberger sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Polizeiwache hier in der Stadt einsetzten können.

Geht es nach dem Anfang April öffentlich gemachten Vorschlag des Landes zur Polizeistrukturreform, wird bis 2020 in der Elbestadt die Polizeiwache ersatzlos geschlossen. Von den jetzt hier 71 stationierten Beamten bleiben ganze 17. Und auch diese Zahl täuscht. Denn darin enthalten sind die Wasserschutzpolizisten, die dann aber im Gegensatz zur derzeitigen Praxis nur noch ihre originären Aufgaben erfüllen sollen. Dem steht entgegen, dass Wittenberge die höchste Unfall- und Kriminalitätsstatistik im Kreis aufweist. Mit der Einwohnerdichte, der Infrastruktur, mit einer Reihe von Großveranstaltungen erfüllt die Stadt aber alle von Innenminister Dietmar Woidke selbst geforderte Kriterien für eine Polizeiwache.

"Vor diesem Hintergrund werden wir in den nächsten Tagen und Wochen alle Kräfte mobilisieren, um die Polizei hierzubehalten", sagt Siegfried Reinhardt dem "Prignitzer". Reinhardt ist Vorsitzender der Bürgerinitiative "Pro Polizeiwache Wittenberge", die sich nach Bekanntwerden der Landespläne gründete und auch die Unterschriftensammlung initiiert. "Über 1000 Wittenberger haben schon unterschrieben, sagen damit, dass die Polizei in der Stadt präsent bleiben muss", betont Reinhardt.

Bereits am 20. April haben Bürger aus der Stadt und der Umgebung auf einer Einwohnerversammlung - denn betroffen sind auch die Dörfer bei Wittenberge - eine Petition beschlossen, mit der sie sich an den Landtag wenden. Darin fordern sie dringend eine Korrektur der vorgeschlagenen Schließung.

"Wir erwarten Antworten von Innenminister Dietmar Woidke, wie es zu so einer Empfehlung kommen kann. Er soll uns hier Rede und Antwort stehen", sagt der Chef der Bürgerinitiative. Deshalb hat die BI den Minister zu einer Einwohnerversammlung eingeladen. "Wir haben ihm verschiedene Terminvorschläge bis zum 20. Mai unterbreitet, um im Kulturhaus Rede und Antwort zu stehen. Denn Ende Mai will der Minister nach eigenem Bekunden endgültige Aussagen treffen, wie sich der Sparkurs für die Polizei in Brandenburg auswirkt", sagt Reinhardt. Der engagierte Wittenberger unterstreicht im Namen vieler seiner Mitbürger: "Wir dürfen nicht zu den Verlierern gehören, wenn es um Sicherheit geht."

Als völlig unkompliziert für den Einzelnen bezeichnet Marika Weise, Chefin des Bürgerbüros, die Unterschriftsleistung. "Die Bürger können zu den Öffnungszeiten kommen und in den Listen unterschreiben, die die Petition an den Landtag unterstützt." Marika Weise hebt hervor, dass nicht nur Wittenberge bisher von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sondern auch Einwohner aus umliegenden Orten.

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