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AWO-Arche Prignitz : Inklusion mit Lebensliebe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In einem Projekt der Awo-Arche Prignitz sind Menschen mit und ohne Handicap auf der Bühne vereint / „Aktion Mensch“ gab Geld dazu

von
erstellt am 17.Apr.2016 | 06:00 Uhr

Inklusion, also der gemeinsame Alltag von Menschen mit und ohne Handicap – das klingt schwierig, ist aber manchmal ganz einfach. Zum Beispiel beim Theaterspielen. Die Laienspielgruppe der Awo Arche Prignitz gGmbH macht es vor und erfährt dafür in diesem Jahr eine außerordentliche Unterstützung. 4300 Euro Fördermittel stellte die „Aktion Mensch“ u. a. für die Anschaffung technischer Hilfsmittel zur Verfügung. Da einige Darsteller nur über ein eingeschränktes Kommunikationsvermögen verfügen, sollen ihnen Headsets Sicherheit und Selbstvertrauen geben. Gleichzeitig konnten neue Requisiten und Kostüme angeschafft werden.

In den Jahren zuvor erfolgte die Ausstattung in Eigeninitiative der beteiligten Mitarbeiter, die nach Feierabend nähten, werkelten und bastelten. Mitunter wurden Kostüme auch selbst gekauft bzw. aus dem Fundus Muggerkuhl ausgeliehen. Die einheitlichen T-Shirts tragen den bunten Aufdruck „Liebe das Leben“. So lautet der Titel des Bühnenstücks, das Anfang Juni uraufgeführt wird.

Gestern Nachmittag fand die erste gemeinsame Probe im Saal und auf der Bühne des Freizeitzentrums „Effi“ statt. Autorin, Regisseurin und gute Seele des Ganzen ist Kerstin Gartenschläger, Heilpädagogin und stellvertretende Einrichtungsleiterin in der Heilpädagogischen Wohnstätte der Awo in Perleberg. „Unsere Theatergruppe besteht aus Darstellern mit und ohne Beeinträchtigungen“, charakterisiert die 42-Jährige ihre Schützlinge. Zum Ensemble gehören dieses Jahr: Heidi Snelinski aus Pritzwalk und Doris Ziggel aus Perleberg (ehrenamtliche Mitarbeiterinnen), Susanne Borchert (Bewohnerin aus dem ambulant betreuten Wohnen in Perleberg), Marlis Liberenz, Ilse Labenstein und Frank Leh (Bewohner der heilpädagogischen Wohnstätte in Perleberg), Sylke Bernsdorf und Bernhard Wende (Bewohner aus dem Kleinstheim Pritzwalk), die Heilerziehungspflegerinnen Annett Danielczok, Susanne Schulz und Christin Jordan, Betreuer Tobias Baich sowie Amelie Brosig (Schülerin, Rolandschule, Kl. 5b). Amelie, Tochter von Kerstin Gartenschläger, war zugleich Ideengeberin für das Stück „Liebe das Leben“. „Es entstand einfach aus einem Gespräch heraus, in dem Amelie Antworten darauf haben wollte, was die Arbeit und den Umgang mit gehandicapten Menschen so reizvoll macht“, fasst es Gartenschläger kurz zusammen. Genau diese Antworten gibt das Stück „Liebe das Leben“.

Bereits seit 2006 treten die Laienspieler der Awo kostenlos in der Öffentlichkeit auf. Eines der beliebtesten Engagements sind Aufführungen auf der Kreativbühne im Berliner Hauptbahnhof. „Da sind wir schon richtig bekannt. Auch weil es ungewöhnlich ist, dass eine solche Gruppe aus einem vergleichsweise so kleinen Ort dort auftritt“, erzählt Kerstin Gartenschläger. Aber auch auf der „Effi“-Bühne fühlen sich die Darsteller wohl. Zudem werden die Theaterstücke regelmäßig für Mitglieder einer Perleberger Selbsthilfegruppe, in Senioreneinrichtungen und Awo-eigenen Häusern gespielt.  

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