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Initiative stemmt sich gegen Leere in der Altstadt

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erstellt am 10.Apr.2013 | 06:56 Uhr

Bad Wilsnack | "Vermutlich wird es noch leerer …", prognostizierte Dietrich Gappa, ehrenamtlicher Bürgermeister von Bad Wilsnack in einem Interview, das er im Januar dieses Jahres dem "Prignitzer" gab. Gemeint hat er die Altstadt - die sich, was die Geschäfte angeht, in der Tat leert, zum Leidwesen der Wilsnacker und auch der zahlreichen Gäste der Kurstadt. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir pro Jahr mindestens ein Geschäft verloren", konstatiert Torsten Selchow, Sprecher der noch jungen Initiative "Aktiv für Wilsnack". Die Initiative ist gewissermaßen eine Reaktion auf die eher düstere Vorhersage von Dietrich Gappa und die sich daraufhin anschließende öffentliche Diskussion des Themas, forciert vor allem in unserer Tageszeitung.

Die Mitglieder trafen sich vorgestern Abend bereits zum vierten Mal. Herauskristallisiert hat sich ein Kern von rund zehn Engagierten - Geschäftsleute, Vermieter von Geschäftsflächen, interessierte Bürger. Torsten Selchow, Wilsnacker seit 1997, Finanzwirt und "interessierter Bürger", wie er sich selbst einordnet, moderiert die Initiative. Sie kann in der kurzen Zeit ihre Bestehens bereits einiges vorweisen, arbeitet sehr strukturiert. Den krassen Widerspruch zwischen den Jahr für Jahr steigenden Besucherzahlen, u. a. in der Wunderblutkirche und der Therme, und dem Altstadt-Exodus möchte die Initiative auflösen - allerdings nachhaltig und ohne Schnellschüsse. Darin sind sich vor allem die derzeit noch aktiven Geschäftsleute einig.

In einer Bestandsaufnahme ermittelte die Initiative zwölf potenziell zu vermietende Ladenflächen, sechs stünden sofort zur Verfügung - davon die zwei größten, der ehemalige Schlecker und die Fläche neben der Sparkassenfiliale - zwei Vermieter befänden sich in der Warteschleife, so Selchow, vier Objekte müssten zunächst saniert werden. Erste Abfragen und Bekanntmachungen hätten bereits dazu geführt, "das wir vier vorsichtige Interessenten für die Eröffnung von Läden haben", so Torsten Selchow. Ein Drogeriemarkt sei allerdings derzeit noch nicht darunter. Parallel läuft seit der Woche vor Ostern eine groß angelegte Fragebogenaktion. Vorschläge und Erwartungen von Wilsnackern sowie regelmäßigen Besuchern der Stadt will man auf diese Weise in Erfahrung bringen. "Wir erhoffen uns einen starken Rücklauf, aus dem man repräsentative Rückschlüsse ziehen kann", macht Torsten Selchow deutlich. Ein erstes Resümee sei aus seiner Sicht bereits zum nächsten Treffen am 7. Mai möglich.

Auf die Bestandsaufnahme folgt die Analyse des Kundenpotenzials, sollen Marketing und Vernetzung angeschoben werden. Neben dem Amtsblatt und Wilsnacker Homepage will man auch Flyer als Informationsweg nutzen und zudem mögliche Ladennutzer direkt ansprechen. "Wir hoffen, dass es in sechs Monaten erste sichtbare Erfolge gibt. Ich denke, das ist ein realistisches Ziel", so Selchow.

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