Landtagswahl 2019 : Infrastruktur muss funktionieren

Mobilität ist für Michael Hintz nicht nur politisch ein wichtiges Thema
Mobilität ist für Michael Hintz nicht nur politisch ein wichtiges Thema

FDP-Landtagsdirektkandidat Michael Hintz sieht Mobilität und Bildung als Schwerpunkte seines persönlichen Wahlprogramms.

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23. August 2019, 05:00 Uhr

Sieben Direktkandidaten ringen im Wahlkreis I um den Einzug in den Potsdamer Landtag. In einer Interviewserie stellen wir sie und ihre persönlichen Ziele vor. Heute: Michael Hintz (FDP). Der selbstständige Lokführer, Eisenbahnlogistiker und Kaufmann will seine Erfahrungen als Kommunalpolitiker und Familienvater in die Landespolitik einbringen. Über Mobilität, Bildung und weitere Themen sprach mit ihm Ronald Ufer.

Was ist Ihnen persönlich am FDP-Landwahlprogramm besonders wichtig?
Michael Hintz: Wichtig ist mir, dass wir eine funktionierende Infrastruktur in der Prignitz wie überall im Land haben. Dafür müssen wir die notwendigen Mittel in die Hand nehmen, auch mit kleinen Schritten können wir etwas bewirken.

Zusätzliche ICE-Halte, Nutzungsmöglichkeiten der IC und EC-Züge zwischen Wittenberge und Hamburg, bzw. Berlin für Pendler, mit besonderen Verkehrstickets. Verbesserte Anbindungen in die Prignitz von Neustadt/Dosse mit Ziel Meyenburg. Auch Nebenstrecken der Bahn müssen zur Verbesserung der Mobilität wiederbelebt werden.

Notwendig sind mehr Querverbindungen. Die Strecke Wittstock-Mirow in Richtung Neustrelitz sollte reaktiviert werden. Mehr Firmen benötigen Gleisanschlüsse. Grundsätzlich sollte es bei der Bahn nicht vorrangig darum gehen, dass schneller gefahren wird, sondern dass die Verbindungspunkte ausgebaut werden.

Sie engagieren sich seit Jahren im Bildungsbereich, beispielsweise in Schulen. Was muss sich dort ändern?
Weil Kinder unser aller Zukunft sind, muss in diesem Bereich auch Geld für Veränderungen bereitgestellt werden. Kinder müssen besser motiviert und es muss an deren Stärken angeknüpft werden. Pädagogen brauchen mehr Unterstützung. Leider gibt es immer noch zu wenig Sonderpädagogen.
Und in den Grundschulen führt kein Weg an kleinen Klassen vorbei. Zudem müssen die Sonderschulen für Kinder mit geistigen Behinderungen erhalten bleiben und besser ausgestattet werden. Beispielsweise mit Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten wäre eine noch bessere Förderung möglich.

Wie sieht es bei den weiterführenden Schulen aus?
Ich plädiere für einen Verbund der Gymnasien in Perleberg und Wittenberge, um auch bei wieder absinkenden Schülerzahlen die erforderlichen Bildungsangebote an beiden Standorten abgestimmt und in guter Qualität bereitstellen zu können, sowie für eine Stärkung der gymnasialen Oberstufe am OSZ in Wittenberge.
Nötig wäre grundsätzlich eine bessere Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern, häusliche Versäumnisse lassen sich in der Schule kaum ausgleichen.
Auch am Oberstufenzentrum müssen kleinere Klassen/Kurse möglich sein, damit nicht immer mehr Ausbildungsangebote in andere Regionen abwandern. Das würde helfen, den Standort zu sichern und mehr Jugendliche in der Region zu halten. Dies wäre zugleich ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel.

Zudem wäre es wichtig, dass auch am Oberstufenzentrum eine Ausbildungsvergütung gezahlt würde, um für wichtige soziale Fachrichtungen, beispielsweise in der Pflege, mehr Nachwuchs zu gewinnen.

Ein großes Thema ist die Digitalisierung. Welche Vorstellungen haben Sie zu diesem Thema?
Digitalisierung muss dazu beitragen, dass jeder die Möglichkeit hat, am Leben teilzunehmen. Das bedeutet neben dem Ausbau von Breitband- und Handynetzen auch die entsprechenden Inhalte beispielsweise durch die Verwaltung zu schaffen. Auf jeden Fall muss es auch künftig dort möglich sein, Anliegen dem zuständigen Sachbearbeiter persönlich vorzutragen, dies muss Teil der Daseinsvorsorge bleiben.

Warum sind Sie in die Politik gegangen?
Für mich kommen immer zuerst die Familie und Freunde. Aber ich lebe doch auch mit vielen Mitmenschen gemeinsam, sehe und erlebe Gutes und Kritikwürdiges, Dinge, die sich verbessern lassen und die verändert werden sollten. Freiheit nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt.

Gemeinsam nach vorne schauen, Alternative sein, zur Alternative gegen Angstmacherei und Verunsicherung, für das Gute was wir haben und sehen, für unsere Mitmenschen, die mitgestalten und jene, welche auf Hilfe angewiesen sind.

Ich möchte Veränderungen, aber auch Festhalten an Bewährtem und bin stets offen für Neues. Deshalb engagiere ich mich politisch, schon seit längerem auf kommunaler Ebene. Gegenseitige Wertschätzung, Achtung, gegenseitiges Vertrauen wären ein Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität des Einzelnen und der Gesellschaft.

Zudem brauchen wir eine wörtlich gemeinte Wertschätzung, zum Beispiel von Pflegekräfte, sonst werde ich eines Tages vor dem Haus „Waldesruh“ mit meinem Rollator stehen und niemand lässt mich ein…

Bisher erschienen:

Gordon Hoffmann (CDU): Landlehrern ein Stipendium geben

Rainer Schneewolf (Bündnis 90/Die Grünen): Prignitz braucht den Spätzug

Thomas Domres (Linke): Der Nahverkehr muss besser werden

Harald Pohle (SPD): „Wir brauchen einen Augenarzt“

 

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