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Seniorenecke in der Stadtbibliothek : In Wohlfühlatmosphäre schmökern und plaudern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtbibliothek lädt fortan auch in die Seniorenecke ein

von
erstellt am 14.Apr.2014 | 21:00 Uhr

Aus der langen Nacht der Bibliotheken wurde jetzt der lange Tag, aus der Jugendecke zumindest in der Perleberger Einrichtung eine Seniorenecke. „Wir passen uns den Gegebenheiten und Wünschen unserer Benutzer an“, bringt es Bibliotheksleiterin Karin Renkewitz auf einen kurzen Nenner. Insbesondere für den Nachwuchs habe man am vergangenen Freitag die Nacht zum Tage gemacht. „Wir hatten in den vergangenen Jahren interessante Autoren für die Kinder eingeladen, doch offensichtlich war das Angebot am Abend einfach zu spät für die Mädchen und Jungen“, mutmaßt Karin Renkewitz. Also wurde jetzt in allen Einrichtungen des Prignitzer Bibliothekennetzes um 10 Uhr die Tür aufgeschlossen und sie blieb offen, bis der letzte Besucher sich auf dem Heimweg machte und das war zumeist gut zwölf Stunden später.

Dieses Mal hatte die Stadtbibliothek eine ganz besondere Offerte. Nach der Kinderecken wurde Freitagabend nun die Seniorenecke übergeben und eingeweiht. Die Einrichtung: das Mobiliar ansprechend und überaus gemütlich, mediale Angebote schon etwas ausgerichtet auf diese Altersgruppe.

Doch ab welchem Alter zählt man zu den Senioren? „Wir gehen von 60 Jahren aus“, sagt schmunzelnd Karin Renkewitz wohlwissend, dass auch sie fast schon dazu gehört. Senior zu sein heiße eben nicht gleich, alt zu sein, verbinde man heute längst nicht mehr damit, dass alles einfacher, schlicht und ergreifender zu sein habe. „Die Senioren von heute stehen zumeist mit beiden Beinen im Leben, viele sind berufstätig und wissbegierig. Der Computer ist kein Buch mit sieben Siegeln für sie und sie verfügen über ein ungeheures Fachwissen, das wir uns als Bibliothek gern zu Nutze machen möchten“, ergänzt Karin Renkewitz. Sie denke da an kleine Gesprächsrunden, wo der eine oder andere über sein Hobby oder dergleichen berichtet bzw. wo man sich austauscht, fachsimpelt.

Die Jugend und die nachfolgenden Generationen finden ebenfalls ihre Angebote in der Bibliothek. Und was nicht vorrätig ist, das wird per Fernleihe bestellt.

Diese Altersgruppen kommen, wählen aus und gehen – die Verweildauer in der Bibliothek ist relativ kurz. Anders die Kinder und die Senioren. „Sie haben die Zeit“, und darauf habe man sich mit der Kinderecke und nun mit der für die Senioren eben auch eingestellt. Sie ist ein Angebot zum Schmökern, aber auch, um miteinander zu plaudern und das in Wohlfühlatmosphäre, auf Wunsch bei Kaffee oder Tee. Auch wenn sie sich Seniorenecke nenne, „jeder auch unter 60 Jahren darf sie nutzen“, so lächelnd die Bibliotheksleiterin.

Um die 900 Ausleihen habe die Stadtbibliothek jährlich, die Tendenz gerade bei Kindern sei erfreulicherweise wieder leicht steigend. „Die kostenlose Nutzung einschließlich Internet bis zum 18. Lebensjahr, das zahlt sich aus.“

Die Senioren allerdings machen einen Großteil der Nutzer aus, etliche sind schon viele Jahre dabei. Gemessen an der Gesamtbevölkerung der Stadt sei deren Anteil aber kleiner, als man angenommen habe. „Umso mehr müssen wir uns eben auch um sie bemühen“, sagt Karin Renkewitz und verweist auf die Analyse innerhalb der Zukunftskonzeption der Stadtbibliothek. Diese weist für die nächsten fünf bis sechs Jahre neben den Kindern vor allem im Vorschulbereich die Senioren als einen Schwerpunkt der Arbeit aus.

Mit der Seniorenecke habe man für eine ansprechende Atmosphäre gesorgt, die sich die Stadt 11 000 Euro kosten ließ. Folgen sollen spezielle Veranstaltungsangebote. „Ideal wäre, wenn es ein Geben und Nehmen wird“, so Karin Renkewitz, die hier ganz konkret vor allem Lesepatenschaften im Auge hat.

Am Freitagabend entführte Kräuterfrau Brigitte Hemmerling die Besucher in die Welt der heimischen Kräuter und Wildpflanzen. Interessant, was man alles aus ihnen in der eigenen Küche zaubern kann. Sie lieferte zudem den Beweis, dass gegen jedes Wehwehchen auch ein Kraut gewachsen ist.

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