Königsgrab Seddin : In Seddin wird wieder gegraben

Auf einer großzügigen und gut aufgemachten Info-Tafel kann man Interessantes zum Königsgrab nachlesen. Sie wurde im April dieses Jahres eingeweiht. Weitere Mosaiksteine sollen den archäologischen Park in Seddin noch attraktiver machen.
Auf einer großzügigen und gut aufgemachten Info-Tafel kann man Interessantes zum Königsgrab nachlesen. Sie wurde im April dieses Jahres eingeweiht. Weitere Mosaiksteine sollen den archäologischen Park in Seddin noch attraktiver machen.

Forschungen auf dem Areal des Königsgrabes und im Umfeld sollen 2016 weitergehen / Bronzezeittag am 28. Mai in Groß Woltersdorf

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02. März 2016, 21:00 Uhr

Die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) nutzt die Möglichkeit, Geld aus dem Kreisentwicklungsbudget zu beantragen. Die Förderung von 21 600 Euro soll zusammen mit Eigenmitteln in Höhe von 5400 Euro dem Archäologischen Park Seddin zu Gute kommen. Die Mittel werden zu einem großen Teil für archäologische Grabungen und Sondierungen eingesetzt, wie von Bauamtsleiter Halldor Lugowski zu erfahren ist.

Teilausgrabungen sind demzufolge zwischen dem Königsgrab und dem gegenüber liegenden Wickboldschen Wäldchen sowie direkt in diesem Wäldchen, am Standort des Prunkgrabes Wickbold 1, geplant. Zudem wird die weitere Altersbestimmung des Königsgrabes und der Steingrubenreihe konsolidiert, und Experten möchten einen sogenannten Kreuzschnitt am Standort des ehemaligen Wickboldschen Berges ausführen. 2013 konnte der erste Bauabschnitt des archäologischen Parks Seddin der Öffentlichkeit übergeben werden.

Voraussichtlich noch in diesem Jahr erhält die Seddiner Rituallandschaft den Status eines Grabungsschutzgebietes. Zudem werde derzeit die Vermarktung des Archäologischen Pfades durch die Prignitz unter Federführung des Tourismusverbandes forciert, informiert Halldor Lugowski.

In ein regional sicher weitaus öffentlichkeitswirksameres Projekt – den Bronzezeittag am 28. Mai im Waldlehrpark in Groß Woltersdorf – sollen 2000 der insgesamt avisierten 30 000 Euro fließen. Von 10 bis 17 Uhr wird an diesem Tag die Bronzezeit wieder lebendig: Bogenschießen, Ackerbau, Bronzegießen, Herstellen von Schmuck und Kleidung, überall können Besucher zuschauen oder auch selbst aktiv werden. Zudem gibt es einen Fachvortrag zum Seddiner Königsgrab. Viele Akteure wirken mit: Neben der Gemeinde, dem Landkreis und der Stadt Pritzwalk auch das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, das Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk, der Tourismusverein Pritzwalk und Umgebung e. V., der Wahrbergeverein, Renate Groenewegen und das Team der Gaststätte „Zur Hexe“.

Wie Kämmerin Sabine Kadasch vor kurzem in der Haushaltsdiskussion erläuterte, sei der Jahresabschluss 2013 für den Landkreis um 5,6 Millionen Euro positiver ausgefallen als prognostiziert. Die Arbeitsgemeinschaft der Kämmerer des Landkreises hatte sich dafür eingesetzt, dass die Kommunen davon profitieren sollen. Aus dem so entstandenen Kreisentwicklungsbudget (KEB) werden Mittel an finanzschwache Gemeinden und Städte ausgereicht für freiwillige, zusätzliche, nicht investive Vorhaben. Profitieren sollen in der Gemeinde – neben dem Archäologiepark Seddin und dem Bronzezeittag – der Prignitzer Theatertag und das Kleinbahnmuseum Lindenberg e. V.

Die Gemeinde Groß Pankow zahlt 2016 laut Planansatz 1,680 Millionen Euro Kreisumlage – somit etwas mehr, als sie als allgemeine Schlüsselzuweisung (1,677 Millionen Euro) 2016 einnimmt. Die Gemeinde hat also selbst nichts von der allgemeinen Schlüsselzuweisung, muss noch Geld aus ihrem Etat drauflegen, um der Verpflichtung zur Zahlung der Kreisumlage nachzukommen.  

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