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Der Prignitzer

23. November 2017 | 08:54 Uhr

In schwierigem Fahrwasser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bildungsgesellschaft Pritzwalk nach wirtschaftlichen Problemen wieder auf Kurs / Konzentration auf duale Ausbildung in Kooperation mit Firmen

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 11:23 Uhr

Die Pritzwalker Bildungsgesellschaft hat seit Anfang der 1990er Jahre vielen jungen Leuten zu einer Ausbildung verholfen. Vor allem im Bereich der Erstausbildung, der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher aber auch in der Verbundausbildung mit anderen Unternehmen hat die Bildungsgesellschaft Pritzwalk viel getan. Doch die Zeiten ändern sich. Da es zurzeit auf dem Markt mehr Ausbildungsplätze gibt als Schulabgänger, liegt die Erstausbildung in der Pritzwalker Bildungsgesellschaft brach.

„Es gibt wohl bei der Bildungsgesellschaft einige wirtschaftliche Probleme und wir müssen aufpassen, dass uns nach dem Umbau der Tuchfabrik nicht der Bildungsträger abhanden kommt“, sagt ein Pritzwalker Unternehmer. Eine Anfrage an die Geschäftsführung der Bildungsgesellschaft wegen dieser Befürchtungen wollte Werner Schulze als langjähriger Geschäftsführer nicht kommentieren. „Es gab wohl einige wirtschaftliche Probleme, die Gesellschaft sei aber wohl wieder auf einem ganz guten Kurs“, sagt Danuta Schönhardt von der Prignitzer Kreisverwaltung, die für den Landkreis im Aufsichtsrat der Gesellschaft sitzt.

Der Landkreis Prignitz ist einer der Gesellschafter, hält aber nur noch etwa 14 Prozent der Gesellschafteranteile. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bildungsgesellschaft Pritzwalk ist Dr. Ronald Thiel, stellvertretender Pritzwalker Bürgermeister. Die Stadt selbst hält zehn Prozent der Gesellschafteranteile. „Es gab schon ziemliche wirtschaftliche Probleme, ich gehe aber davon aus, dass wir diese überwunden haben“, sagt Thiel. Im Jahr 2011 machte die Gesellschaft noch 10  000 Euro Überschuss. Im Jahr 2012 gab es dann ein Minus zum Jahresende von fast 179  000 Euro in den Büchern. Das sei vor allem einer geänderten Förderpolitik der Bundesanstalt für Arbeit geschuldet, so Thiel.

Denn Maßnahmen wurden nicht mehr wie bisher durchgeführt, die Gelder fehlten. Dennoch musste die Bildungsgesellschaft qualifiziertes Personal vorhalten, um sich weiterhin an Ausschreibungen beteiligen zu können. Im Jahr 2013 belief sich der Fehlbetrag noch auf 28  000 Euro. „Wir hoffen, dass wir das Jahr 2014 mit einer schwarzen Null abschließen können“, so Ronald Thiel. Der Umsatz der Bildungsgesellschaft in Pritzwalk liegt jährlich bei etwa einer Million Euro. In der Bildungsgesellschaft selbst werden etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt. 76 Prozent der Gesellschafteranteile werden durch diese Mitarbeiter gehalten. Thiel sieht im Moment nicht, dass die Bildungsgesellschaft von einer Insolvenz bedroht ist. Auch die Geschäftsführung der Bildungsgesellschaft konnte in der jüngsten Aufsichtsratssitzung keine gravierenden Probleme erkennen, die es notwendig machen würden, den Aufsichtsrat zu informieren. Insgesamt werde die Situation am Bildungsmarkt schwieriger, weil die Anforderungen stetig steigen würden, so Thiel.

Die Bildungsgesellschaft arbeite zurzeit mit etwa 90 Unternehmen im Bereich der dualen Ausbildung zusammen. Das heißt, dass Bestandteile einer betrieblichen Berufsausbildung, die in den Ausbildungsbetrieben nicht geleistet werden können, in der Bildungsgesellschaft vermittelt werden. Wöchentlich besuchen etwa 800 Schüler die Bildungsgesellschaft in Pritzwalk. Mit den neuen Räumen in der zukünftig umgebauten Tuchfabrik wolle man den steigenden Anforderungen gerecht werden und Pritzwalk als Bildungsstandort im Nordwesten Brandenburgs etablieren. Dabei wird sich die Bildungsgesellschaft zukünftig auf die Berufsvorbereitung benachteiligter Jugendlicher konzentrieren und auf die duale Ausbildung in Kooperation mit Unternehmen, so Thiel. Die Stadt schaffe mit dem Umbau der Tuchfabrik die Voraussetzung für diese Entwicklung, die dann von der Bildungsgesellschaft mit Leben und Erfolg erfüllt werden muss.  





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