Bad Wilsnack : In diesen Bahnhof zieht Leben ein

Einbezogen in das neue Bahnhofsambiente wurde ein historisches Fahrkartenschalter-Fenster.
Einbezogen in das neue Bahnhofsambiente wurde ein historisches Fahrkartenschalter-Fenster.

Neuer Anlaufpunkt in Bad Wilsnack bietet Informationen und Unterkunft

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17. November 2014, 20:00 Uhr

Wo andernorts Bahnhöfe vor sich hingammeln, setzt das 1846 errichtete und 1882 erweiterte klassizistische Gemäuer von Bad Wilsnack landesweit ein Zeichen. Bei einem Tag der offenen Tür am 5. und 6. Dezember sind Interessierte von 10 bis 18 Uhr willkommen, den neuen Lebensinhalt des historischen Bauwerks in Augenschein zu nehmen.

Die Türen öffnen eine Imbissgaststätte mit integriertem Regionalladen, ein Fahrradverleih sowie acht Ferienwohnungen mit 16 Betten. Sie nehmen am 8. Dezember offiziell ihren Betrieb auf. Auch die Stadtinformation zieht vom alten Rathaus um und erhält im Bahnhof neue, größere Räumlichkeiten. Über die Weiternutzung des alten Rathauses beraten die Stadtverordneten auf ihrer nächsten Sitzung.

Besonders optimal ist die neue Funktionalität des Bahnhofs für Bahnanreisende, wie Besucher der Therme, Wunderblutkirche und Urlauber. Hier erhalten sie touristische Infos zur Stadt und Region aus erster Hand, können regionale Produkte, wie Knieper, Quitzower Rapsöl, Saft aus Pritzwalk, Perleberger Senf oder Dauerwurstwaren heimischer Fleischer kaufen, ebenso einige Zeitungen und Räder für Ausflüge ausleihen.

Bettina Hagemann ist die Betriebs- und Marketingleiterin des „Bahnhofsquartiers Bad Wilsnack“, so der offizielle Name. „Wir sind keine Bahnnostalgiker und demzufolge auch kein Eisenbahnromantik-Hotel, wollen aber bei allen neuen Inhalten den prägenden Charakter des Bahnhofs erhalten“, betont die studierte BWL-Fachfrau und gelernte Touristikassistentin.

Darauf verweisen die Farben grün-grau, Bildfriese mit Bahnmotiven am Tresen und an der Wand sowie einige Relikte aus Bahnzeiten, wie vier historische Außenleuchten, ein Schalterfenster oder der Schriftzug „HO-Bahnhofsgaststätte“.

Im Obergeschoss sind acht moderne Ferienwohnungen mit Küchenzeile und Bad/Dusche/WC eingerichtet. „Willkommen sind Urlauber und Radler gleichermaßen“, unterstreicht Bettina Hagemann. Für Nicht-Selbstversorger ist ein Frühstücksraum eingerichtet.

In einer ersten Ausstattung wird der Fahrradverleih mit sechs Rädern bestückt und kann nach Bedarf erweitert werden. Auch die Option E-Bikes ist ins Auge gefasst. Im Ausleihraum können zugleich Radler, die im Bahnhofsquartier übernachten, ihre Räder abstellen – bequem erreichbar über eine Rampe am Giebel, gedacht auch für Rollstuhlfahrer, um ins Gebäudeinnere zu gelangen.

Mit dem Einzug der Stadtinfo können Kunden, wie bisher im alten Rathaus, Fahrkarten für den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VVB) kaufen. Zukunftsmusik ist dagegen noch der Erwerb von Tickets für den Fernverkehr. Dafür müsste, neben der notwendigen Technik, qualifiziertes Fachpersonal vorgehalten werden.

Eingestellt hat das „Bahnhofsquartier“ drei Vollzeitkräfte für den Service-Bereich sowie zwei geringfügig Beschäftigte für die Reinigung. Geöffnet hat die Nichtraucher-Einrichtung von 7 bis 19 Uhr.

Aus dem Dornröschenschlaf holten den Bahnhof mit Eigen- und Fördermitteln die Agrarproduktivgenossenschaft Legde und Rühstädter Landschaftspflege GmbH. Gemeinsam mit der Stadt entwickelten die neuen Eigentümer das Nutzungskonzept und wollen im Interesse der Kurstadt und Region bei der Umsetzung an einem Strang ziehen.



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