In der Prignitz leben Sie sicher

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15. Mai 2013, 08:06 Uhr

Prignitz | Wer im Landkreis Prignitz lebt, lebt sicher. Das ist die Kernaussage von Polizei und Staatsanwaltschaft beim gestrigen 11. Sicherheitsgespräch, zu dem Landrat Hans Lange (CDU) nach Putlitz eingeladen hatte. Im Straßenverkehr habe es 2012 weniger Verletzte und weniger Unfälle gegeben. Rückläufig sei auch insgesamt die Kriminalität. Allerdings gebe es eine Zunahme von Diebstählen und Rohheitsdelikten, räumt Peter Schröder, Inspektionsleiter Prignitz, ein.

Unter diesem Aspekt müsse auch die Serie von Hauseinbrüchen zu Jahresanfang mit Schwerpunkt in Wittenberge gesehen werden. Zeitweilig gab es nahezu täglich mindestens einen Einbruch. Einen Ermittlungserfolg habe die Polizei bisher nicht. "Aber durch unsere Maßnahmen haben wir einen Verdrängungseffekt erzielt", sagt Neuruppins Direktionsleiter Bernd Halle. Der Rückgang an Einbrüchen zeige das sehr deutlich.

Es gebe aber weiterhin eine Kripogruppe, die speziell zu den Hauseinbrüchen ermittle. Einzelheiten wolle er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht nennen. Im Bereich Oranienburg geschehen rund 70 Prozent aller Einbrüche im Direktionsbereich, in der Prignitz seien es etwa 13 Prozent. Im Raum Oranienburg sei es der Polizei gelungen, mehrere Täter zu ermitteln. Dabei handele es sich um deutsche und ausländische Bürger.

Ebenfalls keine neuen Erkenntnisse gebe es zu den vier Überfällen auf Frauen in Wittenberge. Sie ereigneten sich zwischen Jahresende und -anfang. Die Ermittlungen laufen, so Bernd Halle. Das gleiche betrifft den brutalen bewaffneten Raubüberfall auf ein betagtes Ehepaar - sie knapp 85, er 87 - in Wittenberge Mitte Januar. Zwei Unbekannte drangen in ein Siedlungshaus im Krahenstückenweg ein, traktieren die Eheleute mit einem schweren Eisenwerkzeug und Elektroschocker, setzten ihnen Pistolen auf den Körper, forderten "Schmuck, Geld, Gold".

Kurz darauf wurden zwei Tatverdächtige aus der Prignitz verhaftet. "Die Beweislage reichte aber nicht aus, sie wurden wieder entlassen", so Dörte Röhrs von der Pressestelle der Polizei. Die Ermittlungen in diesem Fall werden fortgesetzt.

Diese Fälle dürften das Gesamtbild aber nicht verzerren. "Die Kriminalität in der Prignitz, insbesondere die schweren Delikte, bereiten uns kein Kopfzerbrechen", sagt Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher. Abgesehen von Einzelfällen sei es ein "außerordentlich ruhiger Landkreis". Zu diesen Ausnahmen zählt er die kürzlich aufgeklärte Diebstahlserie aus Windkraftanlagen und die gesprengten Fahrkartenautomaten der Bahn. "Noch in dieser Woche werden wir gegen die Haupttäter Strafanzeige stellen", kündigt Schnittcher an.

Als wirklich erfreulich bezeichnet Inspektionsleiter Peter Schröder die Entwicklung im Straßenverkehr. Die Unfallzahlen seien so niedrig wie vor zehn Jahren. "Das sind Werte, die wir nicht für möglich hielten. Jetzt geht es darum, diese zu halten", so Schröder. Dazu sei es wichtig, die Präventionsarbeit fortzusetzen, beginnend in der Kita und mit Schwerpunkt in den Schulen.

Zwar habe es im Vorjahr einen Anstieg der Verkehrstoten auf acht gegeben, aber das sei kein Negativtrend. Diese Zahl bleibe leicht schwankend im einstelligen Bereich. Das sei ein Erfolg, denn es gab Jahre mit mehr als 20 Verkehrstoten im Kreis, betont Peter Schröder. In diesem Jahr gab es noch keinen Toten, im Direktionsbereich seien es drei gewesen.

Innerhalb des Direktionsbereichs Neuruppin gebe es in der Prignitz mit 22 Prozent die wenigsten polizeilichen Fälle. Mit 28 Prozent folge Ostprignitz-Ruppin und mit 50 Prozent des Geschehens der Kreis Oberhavel, fast Bernd Halle zusammen. Diese Verteilung habe sich seit Jahren nicht verändert. Wichtiges Ziel für die Prignitz sei, die Aufklärungsquote von jetzt 52,5 Prozent zu steigern. In der Direktion beträgt sie 54 Prozent. Dazu seien eine Reihe von Maßnahmen getroffen worden.

Halle sei zuversichtlich, dass trotz Polizeireform und Stellenabbau auch künftig genügend Polizisten im Dienst sein werden, um die öffentliche Sicherheit gewährleisten zu können.

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