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In der Lenzener Wische unterwegs : In der Elbaue wird Natur erlebbar

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Robert Sommerfeld ist einer von vier zertifizierten Natur- und Landschaftsführern im Biosphärenreservat.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg verfügt seit dem vergangenen Jahr über vier zertifizierte Kultur- und Landschaftsführer. Einer von ihnen ist der 31-jährige Robert Sommerfeld.

Der gebürtige Thüringer bereiste zwischen seinem 26. und 29. Lebensjahr Deutschland und Australien, bevor er in der Prignitz sesshaft wurde. Robert Sommerfeld begann im Alten Hof am Elbdeich in Unbesandten zu helfen, war die rechte und linke Hand der Chefs, „und fand letztlich hier meine zweite Heimat“. Dann korrigiert er sich: „Eigentlich ist es meine erste.“ Mit der Flusslandschaft, der Weite und der Abgeschiedenheit inmitten von viel Natur hat er hier den notwendigen Ausgleich zu Arbeit und Stress. Dann erfuhr er von dem Projekt, dass BUND, das Biosphärenreservat und die Volkshochschule einen Zertifizierungskurs für Kultur- und Landschaftsführer anboten. Das reizte ihn und er meldete sich für den einjährigen Lehrgang an.

Im Mai 2016 war die Prüfung, aber bereits zu Silvester 2015 führte er seine erste Wanderung durch. Für ihn auch das Signal, sich selbstständig zu machen. Unter dem Label „Naturerlebnisse Robert Sommerfeld“ bietet er seine Wanderungen an. Er ist in der Lenzener Wische unterwegs, erklärt und erwandert mit den Gästen das Elbauental, die Schmölener Düne sowie das Gebiet der Deichrückverlegung in Richtung Lenzen. Während es in Deutschland sehr viele Natur- und Landschaftsführer gibt, wurden speziell für die Region Kultur- und Landschaftsführer ausgebildet. „Denn wir sind eine Kulturlandschaft“, sagt Robert Sommerfeld. „Unser Gebiet ist geprägt von den Slawen und Germanen, die viel verändert haben.“ So könne man sich kaum vorstellen, dass zwischen der Elbaue bis Schwerin alles einmal Wald gewesen sei. Wenn er erzählt, dass es hier zwei Eiszeiten gab und über die glaziale Serie berichtet, dann erinnert sich so mancher an seine Schulzeit, in der er das einmal gehört hat. Und bevor diese überlegen, wie das wohl gewesen sei, nimmt er eine Hand Erde und stellt dar, wie es einst ablief. So können sich die Besucher in diese Zeit vor Tausenden von Jahren zurückversetzen. Überhaupt ist er mehr der Praktiker, wenn er Bäume erklärt, dann sagt er nicht „Das ist eine Eiche!“, sondern er lässt seine Gäste die Bäume genau ansehen und anfassen. Aber auch die Erzählungen der „Ureinwohner“ fließen in seine Führungen immer ein. „Die Natur konnte sich hier so entwickeln, weil es Grenzland war.“

Inzwischen ist die Internetseite mit seinen Wanderangeboten fertig, die Flyer gehen dieser Tage in den Druck. Und mit Oppenhäuser Nostalgie-Ferien steht neben dem Alten Hof ein zweiter Partner in den Startlöchern, der seinen Gästen die Kultur- und Landschaftsführungen anbieten möchte. Robert Sommerfeld weiß, dass der Bedarf da ist. Die Zahl der Touristen ist im vergangenen Jahr um 2,3 Prozentpunkte gestiegen.

„Inzwischen kommen auch die ersten Touristen, die im Januar eine Führung wünschen. Tourismus in der Prignitz ist also nicht mehr nur saisonal gefragt, sondern das ganze Jahr“, sagt er abschließend.

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