Rühstädt : In der Elbaue gedeiht die Flatterulme

Die älteste deutsche Flatterulme in Gülitz.
Die älteste deutsche Flatterulme in Gülitz.

Baum des Jahres wurde in der Vergangenheit häufig im Biosphärenreservat gepflanzt / Stattliche Exemplare im Bad Wilsnack

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26. April 2019, 05:00 Uhr

Rühstädt | Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg hat sich zu einem Hauptverbreitungsgebiet der Flatterulme entwickelt. Vom Baum des Jahres 2019 wurden im Naturschutzgroßprojekt „Lenzener Elbtalaue“ zwischen Elbe und Löcknitz in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Exemplare gepflanzt, um die natürliche Vegetation der Flusslandschaft zu fördern.

Die Flatterulme ist als Vertreter der Hartholzaue in Deutschland selten zu finden, da Lebensräume an Flüssen mit weiten Überflutungsflächen rar wurden. Entlang der Elbe hat sich die Flatterulme etabliert, prägt mit Stieleiche und Hainbuche die Hartholzauwälder im Deichvorland. Auch im Hinterland findet sie Nischen. Bei Initialpflanzungen neuer Hartholzauwälder ist sie als Charakterart der Elbtalaue eine bevorzugte Art.

Untersuchungen im Naturschutzgroßprojekt „Lenzener Elbtalaue“ zeigen nach Angaben des Biosphärenreservats, dass die Flatterulme bei Neupflanzungen besonders gute Anwuchsraten erreicht. Sie gilt als die „Starke“ unter den Großbäumen der Aue wie Stieleiche, Gemeine Esche und Schwarzpappel. Der Baum zeigt sich auch resistent gegen die „Holländische Ulmenkrankheit“. Der Pilz verstopft die Leiterbahnen des Baumes und verursacht ein langsames Vertrocknen der Kronen.

Auch abseits von Fluss und Aue ist die Flatterulme aus Sicht des Naturschutzes und kulturhistorisch eine bedeutende Baumart. Im Bad Wilsnacker Goethepark stehen zwei stattliche Exemplare mit etwa 32 Metern Höhe, die 250 bis 300 Jahre alt sind. In mindestens einem von ihnen wohnt der Eremit, eine sehr seltene Käferart, die auf alte Bäume und deren Höhlen angewiesen ist. In Gülitz wächst die älteste Flatterulme Deutschlands. Das Alter des Naturdenkmals mit einem Stammumfang von fast zehn Metern wird auf 400 bis 700 Jahre geschätzt.

Als Art, die auch auf eher trockenen Standorten zurechtkommt, gilt die Flatterulme angesichts von Klimaveränderungen als robuster Baum für die Aue.

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