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Neues Leben zieht in bisherigen Schandfleck : In alter Halle wird wieder gehandelt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach jahrelangem Leerstand und Versteigerung gibt es einen neuen Eigentümer

von
erstellt am 23.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die alte Kaufhalle in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße hat seit heute wieder geöffnet. Ihr neuer Eigentümer ist Nguyen Duc Nguyen mit seiner Frau Iliana Räuschel. Die Händler sind aus der Brauereipassage mit ihrem Textil-, Geschenke- Taschen- und Gardinenhandel in die von ihnen erworbene Immobilie umgezogen.

Einen guten Start wünschten gestern der geschäftsführende Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“ (WGE), Karsten Korup, und der technische WGE-Leiter Peter Greilach. Korup begrüßte Nguyen Duc Nguyen und Iliana Räuschel als angenehme Nachbarn im Wohngebiet. „Wir sind froh, dass die Immobilie nach Jahren des Leerstands wiederbelebt wird. Erstens liegt uns sehr viel daran, dass alle Immobilien in unserem Wohngebiet genutzt werden, nicht leer stehen.“ Und zweitens würden die in dem neuen Geschäft angebotenen Dienstleistungen wie Wäscherei, Schuhreparatur oder chemische Reinigung das Spektrum auf dem Külz-Berg sehr gut abrunden. „Es passt alles.“

Als die Kaufhalle mit dem 1000 Quadratmeter großen Grundstück Anfang September letzten Jahres im Amtsgericht Neuruppin zur Versteigerung stand, hatte die WGE nicht mitgeboten. „Unser Hauptaugenmerk liegt naturgemäß auf dem Bewirtschaften von Wohnungen“, begründet Korup, räumt aber gleichzeitig ein, dass die WGE sich im Ausnahmefall zu einer Ersteigerung entschlossen hätte, um den Verfall und damit einen Schandfleck mitten im Wohngebiet zu verhindern. „Allerdings hätten wir keine Pläne für die Immobilie gehabt.“

Grundsätzlich konzentriere sich die WGE auf das Zentrum auf dem Külz-Berg, „dessen Eigentümer die Genossenschaft zur Hälfte ist“. Dort befinden sich der Nachbarschaftstreff der Genossenschaft, ein Einkaufsmarkt mit Fleischer und Bäcker, Sparkasse, Tagespflege, Friseur und Blumenladen sowie die Schülerhilfe.

Das gestern neu eröffnete Geschäft war zu DDR-Zeiten als HO-Kaufhalle entstanden. Nach der Wende etablierte Spar dort für einige Zeit einen Supermarkt. Im April 2010 zog auf der Hälfte der Fläche eine Apotheke ein. Das Betreiberehepaar wollte ursprünglich nach eigenen Aussagen das „gesamte Gebäude zu einem Zentrum der Begegnungen mit Schwerpunkt Gesundheit“ machen. Die ehrgeizigen Pläne scheiterten recht schnell. Seit der Insolvenz stand das Gebäude leer.

 

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