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Der Prignitzer

21. Oktober 2017 | 19:27 Uhr

Immer sonntags lockt der eisige Teich

vom

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2011 | 11:07 Uhr

Wittenberge | Sonntag um halb 11: Über dem Friedensteich wölbt sich ein strahlend blauer Himmel, die Sonne lässt Lichtreflexe übers Wasser tanzen. Ideales Badewetter - allerdings nur für Hartgesottene. Denn das Thermometer steht nur wenig über Null. Klaus-Dieter Bölter, Renate Drewa, Dustin Fehrmann, Günter Linke und Annegret Narweleit sind abgehärtet. Sie sind Winterbader. Sonntags um diese Zeit gehört der Friedensteich den Wittenberger "Delphinen", zumindest gilt das für die Monate September bis April, ganz allein.

Dann haben die Winter- bzw. Eisbader nämlich ihre hohe Zeit. "Auch wenn wir wenig in der Öffentlichkeit auftauchen, es gibt uns noch", sagen die "Delphine" voller Selbstbewusstsein. Fünf Damen und Herren nahmen am Sonntag ihr übliches Bad. Nicht mit dabei waren diesmal Christa Ihlau und Sieglinde Hagge, die aber zur Truppe gehören. Michael Reichmann kam zum Treffen am Teich, stieg aber nicht mit ins Wasser. "Ich habe eine dicke Erkältung", sagte der junge Mann. Vor solchem Übel schützt auch das regelmäßige Eisbaden nicht. Einig sind sich die "Delphine" aber trotzdem: "Was wir machen, ist gesund." Selbst Renate Drewa ließ sich nach einer schwierigen Operation nicht davon abhalten, ihrem Hobby wieder zu frönen. "Ich bin vorsichtiger, bleibe nicht mehr so lange drin", sagt sie. Renate Drewa ist schon seit vielen Jahren bei den "Delphinen". Noch länger als sie ist allerdings Klaus-Dieter Bölter dabei. Bölter erinnert sich noch gut, wie Jürgen Gawenda - er lebt nicht mehr -, Werner Wegner und er die Idee vom Eisbader-Verein hatten und in die Tat umsetzten. Damals holten sich die Winterbader ihre Gänsehaut noch im alten "Delphin"-Bad, daher übrigens auch der Name des Vereins.

Als er dort weg musste, fanden die Winter schwimmer am Friedensteich ein neues Domizil. "Wir können die Anlage kostenlos nutzen. Darüber sind wir sehr froh", sagt Dustin Fehrmann. Der junge Mann hat bei den "Delphinen" seit einiger Zeit den Vereinshut auf. "Einer muss es ja machen", sagt er und schmunzelt. Schon als Schüler - und das ist an die zehn Jahre her - hat er sich fürs Winterbaden entschieden. "Es ist ’was Verrücktes, das macht nicht jeder", begründet er seinen Entschluss. Auch Michael Reichmann steigt schon seit er Schüler ist ins eisige Nass. Er ist der Neffe von Garwendas, den Mitbegründern des Vereins. "Seit zwölf Jahren bin ich dabei", erzählt Michael. Wie auch Dustin und die anderen ist für ihn das kalte Bad nur die eine Seite des sonntäglichen Vergnügens. "Wir sind anschließend noch zusammen, trinken etwas Warmes, erzählen. Es macht Spaß", sagt Truppe. Da verschmerzen die jungen Leute es auch, nach einer sehr langen Samstagnacht Sonntag zeitig aufzustehen.

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