Pritzwalk: So süß kann Natur sein : Imkern: Trend weist auch hier nach oben

Kerstin Wernicke (l.) an ihrem Stand im Gespräch mit Kundin Gabriela Prüfer.  Fotos: Birgit Hamann
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Kerstin Wernicke (l.) an ihrem Stand im Gespräch mit Kundin Gabriela Prüfer. Fotos: Birgit Hamann

Dritter Prignitzer Honigmarkt lockte am Sonnabend zahlreiche Besucher an

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22. August 2016, 12:00 Uhr

Imkern kommt wieder in Mode, nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem Lande. Davon ist Kerstin Wernicke aus Ellershagen (Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf) überzeugt. Die Organisatorin des Prignitzer Honigmarktes, der am Sonnabend zum dritten Mal stattfand, kann das mit eindeutigen Zahlen belegen: „Seit 2012 widme ich mich diesem Hobby, trat seinerzeit dem Meyenburger Imkerverein bei. Er hatte damals 22 Mitglieder – aktuell sind wir 40.“

Auch der Trend bei der Beteiligung am Honigmarkt weist nach oben. Das Gelände der Waldschule im Pritzwalker Hainholz war vorgestern richtig gut besucht, den Gästen wurde eine Menge geboten – alles rund um Honig aus regionale Produktion und noch vieles mehr. Damit die nicht mehr so mobilen Menschen ebenfalls ans Ziel kommen, hatte Kerstin Wernicke sich dafür engagiert, dass außerplanmäßig Samstag die Stadtbuslinie fährt, um Besucher ins Hainholz und wieder nach Hause zu bringen.

Klein begann Kerstin Wernicke vor vier Jahren – heute ist sie „Mutter“ von 23 Bienenvölkern, die sich an vier Standorten befinden. Ihr, aber auch anderen Beteiligten am Prignitzer Honigmarkt, ist es wichtig, dass alles rund um die Biene verwertet und vermarktet wird. „Bei mir wird auf jeden Fall alles verarbeitet. Auf meinem Grundstück ist zudem alles nach Biene ausgerichtet. Das können sich Interessierte auch gern zu den Tagen des offenen Gartens anschauen – das nächste Mal am 11. September“, lädt Kerstin Wernicke bereits jetzt nach Ellershagen ein.

Als Obfrau für Honig und Vermarktung fungiert sie im Vorstand des Meyenburger Imkervereins, setzt für sich selbst strenge Qualitätsmaßstäbe an. Jede Charge des Honigs, den ihre Völker produzieren, lässt im Labor des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen Neuendorf analysieren. Dort wird die Zusammensetzung exakt ermittelt. Sie gibt Aufschluss darüber, wo sich die Bienen so „herumtreiben“ und was an den jeweiligen Standorten alles grünt und blüht. Dementsprechend werden die Honiggläser dann auch deklariert, auf eigens von einer Grafikerin entworfenen, geschmackvollen Etiketten.

Die Pritzwalkerin, die 1994 aus der Stadt nach Ellershagen zog, ist davon überzeugt, dass es einen Bewusstseinswandel im Kaufverhalten der Kunden gibt – hin zum regional erzeugten Honig. Diesen Wandel registriert sie auf der anderen Seite auch im Bewusstsein der Landwirte – hin zu bienenfreundlicherer Bewirtschaftung von Flächen. Ein Fazit, das optimistisch stimmt, angesichts der zumeist negativen Ausblicke, die man oft hinsichtlich der Bienen-Perspektive zur Kenntnis nehmen muss.  

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