Im Windpark gehen die Lichter aus

Von diesem Mast in Groß Woltersdorf aus erfolgt die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung.
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Von diesem Mast in Groß Woltersdorf aus erfolgt die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung.

Neues System schaltet Signallampen nur bei Bedarf an / Erste Testflüge werden ausgewertet / Windpark Krampfer macht den Auftakt

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05. September 2017, 09:09 Uhr

Die ständigen Lichtsignale in der Nacht an den Windrädern könnten bald der Vergangenheit angehören. In der Prignitz sind alle Vorbereitungen getroffen, um sie nur noch im Bedarfsfall einzuschalten.

„Die Voss Energy GmbH aus Rostock entwickelt unter dem Projektnamen BNK Prignitz das weltweit erste flächendeckende System zur bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen – kurz BNK“, so Projektmanager Tim Ohm. „Wir wollen die Akzeptanz gegenüber Windenergieanlagen vergrößern, indem wir die Lichtverschmutzung in diesem Pilotprojekt unseres Unternehmens reduzieren“, erklärt Ohm. Seit September ist es gesetzlich möglich, Windenergieanlagen mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung auszustatten. Nach Abwägung der technischen Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Plattenburg und Groß Pankow wurde sich für die Aktivradar-Technologie der Quantec Sensor GmbH entschieden.

Bei dieser Technologie werden von Antennen im Windpark elektromagnetische Impulse erzeugt, die an Flugobjekten reflektiert und von Sensoren erfasst werden. Aus den empfangenen Echos wird die Flugroute des Luftfahrzeugs errechnet und im Fall einer kritischen Annäherung die Befeuerung im Windpark eingeschaltet. „Dadurch kann gewährt werden, dass nicht nur BNK-Einzellösungen für neue und bestehende Windparks realisiert werden, sondern eine flächendeckende Lösung in der Prignitz geschaffen wird“, informiert Tim Ohm.

Im August erfolgte die technische Inbetriebnahme des Systems am Standort Groß Woltersdorf nach den strengen Regularien der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Zeitgleich konnte durch die Befliegung des Bereiches der Radarantenne der erste erfolgreiche Härtetest des Systems abgeschlossen werden.

„In der erforderlichen Flugsituation schaltet das System die Lichter nur nach Bedarf ein und anschließend wieder aus“, sagt der Projektleiter. Nun werden die Testflüge ausgewertet. Das kann zwischen zwei und sechs Wochen dauern, wie Christoph Behrends, verantwortlicher Mitarbeiter des Projektes, auf Nachfrage informierte. „Wir erhoffen uns eine behördliche Zulassung des BNK Prignitz noch vor der dunklen Jahreszeit.“ Dann wird im ersten Schritt der Windpark Krampfer mit sechs Windenergieanlagen angeschlossen. In der zweiten Ausbaustufe soll der Windpark Kuhbier-Kuhsdorf mit weiteren 14 Anlagen folgen. „Perspektivisch soll der 1000 Quadratkilometer große Überwachungsbereich ausgeschöpft werden, um die Windparks Reckenthin, Klein Woltersdorf, Kemnitz, Pritzwalk und Schrepkow einzubeziehen“, ergänzt Tim Ohm. „Das Ziel ist es, die Prignitz dunkel zu schalten“, so Manuel Lasse, Geschäftsführer der Green Wind Energy.

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