Berufsorientierung : Im Wettbewerb um die Jobs

Stolz präsentierten die Schüler dem Ministerpräsidenten ihre Lehrküche.
Stolz präsentierten die Schüler dem Ministerpräsidenten ihre Lehrküche.

Rochow-Oberschule beeindruckt Ministerpräsidenten mit gezielten Aktivitäten zur Berufsorientierung

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05. November 2015, 08:00 Uhr

Was die Berufsorientierung und Vorbereitung junger Menschen für das Arbeitsleben angeht, hat sich die Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Oberschule in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Grund genug für Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), der Schule auf seiner „ZukunftsTour Jugend“ durch den Landkreis einen Besuch abzustatten.

„Wir haben vor gut zehn Jahren damit begonnen, die Berufsvorbereitung zu intensivieren“, erklärt Schulleiterin Giesa Michaelis. „Damals war nicht der drohende Fachkräftemangel unsere Motivation, sondern vielmehr, unsere Schüler im Wettbewerb mit Gymnasiasten um Ausbildungsplätze fit zu machen. Und das ging nur durch die Praxis und gute Kontakte zu den Unternehmen.“

Heute hat die Rochow-Oberschule mehr als 50 Unternehmen in der Region als Partner gefunden. „Ab der 7. Klasse beginnt bei uns das Praxislernen. Unser Partner dabei ist die Pritzwalker Bildungsgesellschaft. In den folgenden Jahrgangsstufen gibt es Praxislernen an einem Tag in der Woche direkt in Unternehmen, Verwaltungen oder Kitas.“ Die Schüler könnten sich dabei ausprobieren und Erfahrungen sammeln, erklärte Michaelis dem Ministerpräsidenten.

Woidke selbst hat das Thema ganz oben auf der Agenda und nahm sich viel Zeit für die Schüler. In einer Gesprächsrunde hörte er aufmerksam zu, was die Jugend zu sagen hatte. „Die heutigen Schüler sind unser wirtschaftliches Kapital von Morgen. Wir brauchen junge Leute für Innovationen und für unsere heimischen Betriebe“, so Woidke. Eine frühzeitige Berufsorientierung sei wichtig, auch um festzustellen, was einem vielleicht nicht liegt. Noch immer brechen fast 20 Prozent der Azubis ihre Ausbildung ab. Eine Zahl, die darauf schließen lasse, dass die berufliche Frühorientierung fehlt.

436 Schüler besuchen derzeit die Pritzwalker Rochow-Oberschule, davon 23 Schüler mit Handicap und acht Schüler mit Migrationshintergrund. Sie sind gut in den Schulalltag integriert, bekommen gezielte Sprachförderung und werden in die berufliche Frühorientierung mit eingebunden. Von Seiten der Unternehmen wurde nochmals darauf aufmerksam gemacht, die schulische Ausbildung mehr an der Praxis zu orientieren. Und vor allem müsse man daran denken, dass die Schüler der Oberschule meist erst 16 Jahre alt seien, wenn sie die Schule verlassen und viele Ausbildungsbetriebe für sie kaum erreichbar sind. „So kommt es, dass viele Schulabgänger quasi eine Ehrenrunde drehen und ein Fachabitur machen. Danach sind sie dann 18 Jahre alt, können Autofahren und auch bei Nachtschichten eingesetzt werden, so Giesa Michaelis.

Woidke bot der Rochow-Oberschule und dem Landkreis Prignitz an, sich mit seinen Schulen an einem Pilotprojekt zu beteiligen. Eine Internetcloud mit Schulsoftware wolle man entwickeln, um nicht ständig neue Software für den Unterricht kaufen zu müssen, so Woidke. „Dafür suche ich Partner und sage das hier nicht ohne Grund.“ 

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