Apnoetauchen : Im Tauchturm Wittenberge die Tiefe simulieren

Vieles wurde beim Workshop im Tauchturm ausprobiert. Bei allem Spaß stand aber auch die Sicherheit im Mittelpunkt.
Vieles wurde beim Workshop im Tauchturm ausprobiert. Bei allem Spaß stand aber auch die Sicherheit im Mittelpunkt.

Weltmeister Nik Linder stellt Grundlagen des Apnoetauchens vor und verrät im Workshop, wie aus neun Meter Tiefe 15 bis 20 werden

svz.de von
12. Februar 2018, 11:55 Uhr

Weit unter dem Meeresspiegel sind am Wochenende die Teilnehmer eines Workshops mit Weltmeister Nik Linder im Tauchturm der „Alten Ölmühle“ geschwebt. Natürlich nur im Kopf und mit dem Körpergefühl, denn die Wassertiefe beträgt dort ja nur zehn Meter. Wie das möglich ist, erläuterte der Weltmeister im Apnoetauchen den Teilnehmern aus Bremerhaven, Hamburg, Berlin, Wittenberge und der Prignitz zuvor bei Workshops.

Denn weil beim Apnoetauchen keine technischen Geräte verwendet werden, muss ein Atemzug ausreichen für einen möglichst weiten Weg in die Tiefe. Daher legt Nik Linder bei den Einführungsworkshops für die mehr oder minder Taucherfahrenen viel Wert auf Kopf und Körpergefühl. Entspannt sein ist für ihn ein Schlüssel zum erfolgreichen Apnoetauchen. Deshalb gibt es auch eine Stunde lang Atemübungen mit vielen Parallelen zum Yoga. Auf diese Weise zu einem entspannten Zustand zu kommen, geht für den Weltmeister über das Tauchen hinaus. „Über das Atmen zur Entspannung zu finden hilft auch im Alltag. Möglich ist es aber auch, sich auf diese Weise zu konzentrieren.“

Insgesamt geht es am Wochenende am und im Tauchturm viel um die Grundlagen, um das Austarieren des Körpers mit Gewichten, die Steigerung des nutzbaren Lungenvolumens, die richtige Tauchtechnik, die Sicherheit. Und natürlich um das besondere Gefühl beim Apnoetauchen. „Ich bin auch mit Geräten getaucht, da hieß es, du bist nur zu Gast im Meer. Ohne die Technik wirst du zu einem Teil des Meeres, kommst Tieren und Pflanzen viel näher“, beschreibt der Weltmeister den unterschied. Gut mehrere Minuten kosten die besten Apnoetaucher dieses Gefühl aus, erreichen Tiefen von mehr als 100 Metern im Meer.

Da nehmen sich die zehn Meter Tiefe des Tauchturms auf den ersten Blick eher bescheiden aus. Doch das sieht Nik Linder ganz anders. „Das ist eine tolle Anlage, eine prima Spielwiese, da kann man sehr viel ausprobieren.“

Und das tun die Taucher dann im praktischen Teil des Workshops. Es wird vor allem probiert, wie viele Bleigewichte sind für den Einzelnen am besten geeignet, welche Atem- und Abtauchtechniken. Nik Linder schaut genau hin, erklärt und fragt viel, korrigiert immer wieder, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Aber immer so, dass der Spaß am Tauchen erhalten bleibt. Besonderer Wert wurde stets auf die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen gelegt, damit diese den Teilnehmern in Fleisch und Blut übergehen.

Der Weltmeister zeigte dort auch, wie mit nur einem halben Atemzug, der richtigen Einstellung von Kopf und Körper, mit neun oder zehn Metern Tiefe das Gefühl von 15 bis 20 Metern unter der Wasseroberfläche erzielt werden kann. Dies ermöglicht es, sich auch in Trainingsanlagen und Seen für die großen Tauchgänge im Meer vorzubereiten.

Auch wenn er ohne Geräte im Wasser schwebt, Technik ist für Nik Linder ein wichtiger Teil des Trainings. „Wenn du einen Tauchgang auf Video aufnimmst, sieht du genau, ob du alles genau so machst wie vorgegeben. Die Selbstwahrnehmung täuscht da oft. Das habe ich auch selbst erlebt beim Übergang von den Stereoflossen zu Monoflossen.“

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