zur Navigation springen
Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 18:06 Uhr

Perleberg : Im Stundentakt in die Metropolen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neuruppin oder Perleberg – Wer wird nach der Kreisgebietsreform Kreisstadt? Die Fakten sprechen für Perleberg.

Bundesstraßen, Anschluss an die Autobahnen 14 und 24, fünf Bahntrassen und ein regulärer ICE-Halt in Wittenberge – Perleberg ist verkehrstechnisch gut angebunden, sind sich Bürgermeisterin Annett Jura und Landrat Torsten Uhe einig. Das seien Fakten, die für Perleberg als künftige Kreisstadt sprechen.

Perleberg ist an den Bahnhof Wittenberge im Ein- bzw. Zwei-Stunden-Takt direkt über den ÖPNV angeschlossen. Der ICE garantiert mehrfach täglich eine schnelle Verbindung in die Metropolen Berlin und Hamburg. Die Fahrzeit beträgt nur rund eine Stunde. Zusätzlich halten annähernd alle zwei Stunden IC- bzw. EC-Züge nach Hamburg bzw. Berlin/Prag in Wittenberge. Der Nahverkehr in Richtung Berlin verkehrt mit dem RE 2 im Stundentakt, in Richtung Wismar alle zwei Stunden. Richtung Magdeburg geht es im Stundentakt. Ebenfalls stündlich verkehrt die zweite Berlinanbindung mit dem Prignitz-Express über Pritzwalk und Neuruppin. Seit September 2016 kommen in Wittenberge alle Züge vor der vollen Stunde an und fahren kurz nach der vollen Stunde wieder ab. „Damit kann zwischen jeder Linie und in jede Richtung zügig umgestiegen werden“, beschreibt Uhe den Vorteil.

<p>Die rot  eingefärbten Gebäude  gehören zur Verwaltung und liegen nah beieinander. Rechts außen ist die Rettungswache zu sehen. Sie liegt am Krankenhaus.  Am Krankenhaus wird auch die neue Kita entstehen.</p>

Die rot  eingefärbten Gebäude  gehören zur Verwaltung und liegen nah beieinander. Rechts außen ist die Rettungswache zu sehen. Sie liegt am Krankenhaus.  Am Krankenhaus wird auch die neue Kita entstehen.

Foto: Digitales Orthophoto (DOP20c)  © GeoBasis-DE/LGB 2017
 

Das Straßennetz ermöglicht aus Sicht von Jura und Uhe eine gute Erreichbarkeit der Kreisstadt Perleberg. Das betreffe alle Orte im Kreis und im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin. Sie belegen das mit einer Übersicht zu den Fahrzeiten zwischen den Rathäusern zur Kreisverwaltung, ermittelt mit Google Maps. Demnach sind Plattenburg, Karstädt, Wittenberge, Groß Pankow und Bad Wilsnack in nur zwölf bis 16 Minuten erreichbar. Nach Neuruppin sind es 56 Minuten. Die längste ermittelte Fahrzeit wird nach Lindow (Mark) benötigt: 76 Minuten. Im arithmetischen Mittel würden sich für die Hin- und Rückfahrt 67 Minuten ergeben. Annett Jura verweist auf noch eine andere Zahl: „60 Prozent der Bevölkerung im neu gebildeten Kreis kommen schneller nach Perleberg als nach Neuruppin. Das ist die Mehrheit und spricht klar für eine Kreisstadt Perleberg.“
 

Kreistag

Aktuell tagt der Kreistag in der Aula des Gymnasiums. Die dortigen Platzkapazitäten sind nicht ausgelastet. Im Falle einer Vergrößerung des Kreistages würden Abgeordnete ausreichend Platz finden. Perspektivisch könnte er in den geplanten Neubau des Erweiterungsbaus des Kreiskrankenhauses einziehen. Dort wird ein Veranstaltungssaal mit bis zu 200 Personen entstehen. Die bisher genutzten Räumlichkeiten bleiben bestehen.

Das Gedächtnis des Kreises

Besondere Beachtung gebührt nach Torsten Uhes Ansicht dem Kreisarchiv. 2014 wurde es für 1,6 Millionen Euro saniert, technisch neu ausgestattet.  Vertreter des Landesarchives bescheinigen der Einrichtung eine technisch überdurchschnittliche Ausrüstung, so Uhe. Das Archiv verfügt über neue Hauptanschlüsse für alle Medien, über moderne Lüftungs,- Brandschutz- und Sicherheitstechnik. Die Kapazität der Magazine wurde um 400 laufende Meter erweitert, was einer 300-prozentigen Vergrößerung  entspricht. In der Archivbibliothek stehen  Medien  fach- und benutzerspezifisch für Forschungszwecke zur Einsichtnahme bereit.  Mit dem Buchscanner können bis zur A3-Größe  Dokumente   bestandsschonend kopiert und digitalisiert werden. Rund 3000 laufende Meter umfasst der Aktenbestand. Die Räume bieten Platz für sechs Kilometer. Ebenfalls gibt es einen Leseraum.

Highspeed im Netz, W-Lan und Homeoffice

Schnelles und sicheres Arbeiten dank modernster Technologie verspricht Holger Konrad. Der Werkleiter  des  Immobilienverwaltungs- und Servicebetriebs Prignitz ist zuständig für die IT in der Verwaltung. „Intern steht den   Mitarbeitern eine Glasfaser 10 GBit/s-Leitung zur Verfügung“, sagt er. Auch die Hauptleitung nach außen ist mit  10 GBit/s ausgelegt. Das sei höchster technischer Standard, betont Konrad. Von so einer Gigabit-Leistung  können viele Internetnutzer in der Prignitz nur träumen. Zum Vergleich: Aktuell setzen die Kommunen mit Hilfe des Kreises ein Förderprojekt um, das allen Haushalten zumindest 50Mbit pro Sekunde garantierten soll.

Statt Insellösung setzt die Verwaltung auf ein kreisliches IT-Netzwerk. Eine Vernetzung mit den   Eigenbetrieben, Schulen und Kommunen sei vorhanden. Ebenfalls mit den Kreistagsabgeordneten, die   digital arbeiten. Das interne W-Lan-Netz werde in Kürze auch Besuchern zur Verfügung stehen.

Wenn Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten möchten, können sie einen Homearbeitsplatz beantragen. „Technisch ist das sofort umsetzbar und mit den privaten Computern möglich“, sagt Holger Konrad.

Die Verwaltung besitzt ein eigenes Rechenzentrum mit virtualisierten Servern, die mit einem Datenspeicher verbunden sind. Dies sei beliebig erweiterbar. „Das ganze System arbeitet redundant“, erklärt Holger Konrad. Sollte ein System ausfallen, übernimmt sofort ein anderes dessen Aufgaben. Das erhöhe die Sicherheit.

Zahlen und Fakten zu Büros und Gebäuden

Am Hauptstandort Perleberg verfügt der Landkreis über 17 Objekte, die Gesamtnutzfläche beträgt 19 395 Quadratmeter. Darüber hinaus gibt es zwei Nebenstandorte in Wittenberge und Pritzwalk mit einer Nutzfläche von 2947 Quadratmeter. Der hohe Sanierungsgrad wirke sich positiv auf die Betriebskosten für Wasser, Strom, Wärme etc. aus. Für die Hauptgebäude in der Berliner und der Bergstraße belaufen sie sich auf etwa 26 Euro pro Quadratmeter im Jahr bzw. auf rund 829 Euro je Arbeitsplatz. Diese Werte liegen laut Torsten Uhe unter dem Durchschnitt vergleichbarer Immobilien und öffentlicher Liegenschaften. Selbst langfristig versprechen sie eine kostengünstige Bewirtschaftung, sagt er. 

Geplante Kita am Krankenhaus

Die Perleberger Verwaltung präsentiert sich familienfreundlich. Dazu zählen  auch Betreuungsplätze für Kinder. Das Kreiskrankenhaus plant auf seinem Grundstück eine Kita. Baubeginn wird im kommenden Jahr sein. Schrittweise soll die Kapazität auf 60 Plätze anwachsen. Sie stehen unter anderem  Mitarbeitern der Klinik, der Verwaltung und der Polizei offen, sind damit fußläufig binnen weniger Minuten erreichbar. Der Neubau ist mit der Stadt Perleberg abgestimmt. „Wir befürworten ihn ausdrücklich“, sagt Bürgermeisterin Annett Jura. Aktuell gibt es  an den kommunalen und an den privaten Kitas Wartelisten. „Die neue Kita bedeutet für uns eine spürbare Entlastung“, betont Jura.

Private Baugrundstücke

Ob zur Miete oder im Eigenheim: Perleberg bietet Wohnungssuchenden ein großes Potenzial. 653 Wohnungen stehen  leer. Davon sind 325 sofort verfügbar, die Differenz ist sanierungsbedürftig, sagt Bürgermeisterin Annett Jura. Der Stadt liegen fünf Interessenbekundungen für einen Bauplatz im B-Plan Wittenberger Straße und 21 Interessenbekundungen für einen Bauplatz im B-Plan Kasültenplatz vor.  Aktuell kann die Stadt darüber hinaus    vier Bauplätze für eine Wohnbebauung anbieten. Ein Bauplatz liegt in der Neusser Straße und hat eine Größe von 683 Quadratmeter. Laut  Bodenrichtwert liegt der Preis bei  38 Euro/qm.  Zwei Bauplätze in der Dergenthiner Straße bieten jeweils ca. 1000 Quadratmeter Platz. Hier liegt der  Bodenrichtwert bei 30  Euro/qm.  Einen offenen Bauplatz gibt es in der Innenstadt. In der  Mühlenstraße 11 ist ein Lückenschluss möglich.

Folgende Baugebiete sind für eine Wohnbebauung  ausgewiesen:

• Bebauungsplan (BP) Nr. 4 (rechtskräftig), Privatfläche, ca. 1 ha, 14 EFH

• BP Nr. 14 (rechtskräftig), Gebiet Eschenhof, Erschließung erforderlich, ca. 2,4 ha, geschätzt 30 EFH

• BP Nr. 17, (liegt zur Genehmigung vor) Gebiet An der Hopfenstraße, Erschließung erfolgt über private Investoren, 1,1 ha derzeit 8 EFH

• BP Nr. 22,  (rechtskräftig), Gebiet Rosenstücke, Privatfläche, ca. 6,0 ha

• BP Nr. 25 (rechtskräftig), Gebiet Lindenhof und Kurzer Weg, Privatfläche, 0,6 ha

• BP Nr. 36 Gebiet Kasültenplatz, Erschließung  ab September, ca. 25 EFH

• BP Nr. 39 Gebiet Wittenberger Chaussee, Erschließung 2018 geplant, ca. 10 EFH

Nahes und kostenloses Parken

Ob Mitarbeiter oder Besucher – die Kreisverwaltung bietet eine hohe Zahl an nahe gelegenen Parkplätzen. 370 sind es allein auf dem Großparkplatz direkt hinter dem Campus. Nur 50 Meter davon entfernt gibt es 200 Plätze, die sich die Verwaltung mit dem Kreiskrankenhaus teilt. Zusammen mit weiteren Möglichkeiten auf dem Innenhof, der Berliner und der Bergstraße stehen insgesamt 655 Plätze zur Verfügung. Sie alle sind kostenlos und mit Ausnahme  der Berliner Straße zeitlich nicht befristet.

<p>Zug HH – BER: Wer auf das eigene Auto verzichtet, kann im Ein-Stunden-Takt von Perleberg aus den Bahnhof Wittenberge erreichen. Im Stundentakt geht es von hier mit dem Regionalexpress nach Berlin. Mehrmals am Tag hält der ICE in Richtung Berlin und Hamburg.</p>

Zug HH – BER: Wer auf das eigene Auto verzichtet, kann im Ein-Stunden-Takt von Perleberg aus den Bahnhof Wittenberge erreichen. Im Stundentakt geht es von hier mit dem Regionalexpress nach Berlin. Mehrmals am Tag hält der ICE in Richtung Berlin und Hamburg.

<p>A14 – A24: Über Putlitz zur A 24 oder in Karstädt auf die A 14. Mit Wittenberge folgt der dritte Autobahnanschluss.</p>

A14 – A24: Über Putlitz zur A 24 oder in Karstädt auf die A 14. Mit Wittenberge folgt der dritte Autobahnanschluss.

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen