Im Straßenbau gibt es nur kleine Fortschritte

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23. Januar 2013, 09:28 Uhr

Pritzwalk | Für Landrat Hans Lange (CDU) ist ehrenamtliche Arbeit eine Herzensangelegenheit. Das weiß man von ihm und die Gäste auf seinem gestrigen Neujahrsempfang in Pritzwalk hörten es auch noch einmal aus seinem Munde: "Ehrenamtler machen ihre Arbeit mit Herz und Verstand, mit Leib und Seele", sagte er.

Auf seiner Gästeliste fanden sich zahlreiche Namen aus Sport und Kultur mit dem Zusatz "Ehrenamt" und Gastreferent Dr. Rudolf Seiters sprach als Präsident des DRK über die Bedeutung des Ehrenamtes. Doch zuvor zog Hans Lange Bilanz.

2012 sei für den Kreis ein gutes Jahr gewesen. Wirtschaftlich habe es "bemerkenswerte Ereignisse" gegeben. Eines davon war der Spatenstich für das Werk der Firma Austrotherm in Wittenberge. 40 Millionen Euro werden investiert, rund 70 Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt habe die Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz 26 Vorhaben begleitet, in denen 75 Millionen Euro umgesetzt wurden und 200 neue Arbeitsplätze entstanden seien.

Bedeutend aus Langes Sicht sind die Investitionen in den Bereich Denkmalschutz. Rund 9,2 Millionen Euro wurden investiert, sowohl in Kirchen als auch in private Initiativen.

Kein Neujahrsempfang ohne Aussagen zum Straßenbau: "Im vergangenen Jahr haben wir fünf Kilometer Kreisstraße erneuert", so der Landrat. Seit der Wende wurden damit 146 Kilometer saniert. Was viel klingt, ist gerade mal die Hälfte. Insgesamt hat die Prignitz 312 Kilometer. Und das ist durchaus ein Problem. Denn beim jetzigen Sanierungstempo würden weitere 20 Jahre vergehen, bis das Netz vollständig saniert ist.

40 Jahre für alle Kreisstraßen? Andere Kreise wie Barnim oder Oberhavel haben es da deutlich besser: Zusammen haben sie keine 150 Kilometer, brauchen damit deutlich weniger Mittel für die Instandhaltung. Das war auch mit ein Argument des Landkreises bei seiner Forderung nach mehr Geld vom Land. Darum ging es in der vergangenen Woche in Gesprächen mit der Landesregierung, die in Perleberg tagte. Hoffnung allerdings machte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) dem Landrat nicht.

Lange erwähnte die knapp 16 Millionen Euro, die das Land dem Kreis zur Schuldentilgung schenkte. Im Gegenzug musste die Kreisumlage auf 48 Prozent steigen, was manche Kommunen hart traf. "Es war eine heftige Diskussion", so Lange, aber die Entscheidung für die 16 Millionen sei richtig gewesen. Diskutiert worden sei auch über das Sammeln von Altpapier und den Eichenprozessionsspinner. Konsequenzen gibt es zumindest für den Schädling. Er soll in diesem Jahr flächendeckend bekämpft werden. Zum Thema Sammelverbot von Altpapier an Schulen befinde man sich noch in einem Prozess.

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