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Karrieren in Brandenburg : Im Rolli übers Tanzparkett

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Sie können nicht oder nicht sicher laufen, tanzen aber gern. Seit Jahren trainieren in Brandenburg Rollstuhlfahrer Tänze sein. Einmal jährlich wird ein landesweites Treffen organisiert.

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erstellt am 27.Sep.2013 | 06:19 Uhr

Prenzlau | Sie können nicht oder nicht sicher laufen, tanzen aber gern. Seit Jahren trainieren in Brandenburg Rollstuhlfahrer Tänze sein. Einmal jährlich wird ein landesweites Treffen organisiert. Am heutigen Sonnabend ist es wieder soweit. Rollstuhlfahrer und Nichtbehinderte geben sich von 10 Uhr an ein Stelldichein in Prenzlau (Uckermark).

Paarweise drehen sie sich auf dem 6. Brandenburger Rollstuhltanztag im Rhythmus der Musik. An die 40 Männer und Frauen werden erwartet, aus Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei tanzen sowohl Rollstuhlfahrer miteinander als auch Rollstuhlfahrer mit nicht behinderten Partnern. Der Rollstuhltanztag wird zum dritten Mal in der Uckermark ausgetragen, der Staffelstab dann an den Landkreis Oberhavel gegeben, wie Koordinator Stefan Bressel vom Behinderten-Sportverband Brandenburg e. V. mit Sitz in Templin berichtete.

"Das Besondere ist die Atmosphäre", betonte Ines Schönefeldt, die in Bad Belzig, die Belziger Rollitänzer trainiert und mit ihnen nach Prenzlau reist. Rollstuhlfahrer könnten am Tanzvergnügen problemlos teilnehmen. "Tanz ist wie ein Gespräch und in diesem Fall eine besondere Form des Gesprächs", meinte sie. Über das Tanzen könnten sich die Teilnehmer, auch geistig Behinderte, problemlos treffen und gemeinsam Spaß haben.

"Bei der Choreographie müssen einige Schritte erfunden werden, die mit dem Rollstuhl umsetzbar sind." Dabei müsse aber der Ausdruck des Tanzes, ob fröhlich oder traurig, erhalten bleiben. Schönefeldt trainiert die 15-köpfige Gruppe einmal wöchentlich. Sie üben nach verschiedenen Melodien, die eingängig sein müssen. Rollstühle könnten gut gleiten, sagte die Übungsleiterin. "Damit kann man Tanzfiguren fahren, die man mit den Füßen nicht hinbekommt." Jede Figur muss so umgesetzt werden, dass sie für alle tanzbar ist. "Das ist ein Prozess, der kann drei bis vier Jahre dauern."

Nach Angaben des Landesamtes für Soziales und Versorgung gab es 2012 im Land mehr als 435 000 behinderte und schwerbehinderte Menschen.

In Prenzlau werden einige Belziger Rollitänzer auftreten, andere bei Workshops mitmachen oder einfach nur zusehen. "Hauptsache wir kommen alle überhaupt hin", sagte Schönefeldt. Die Deutsche Bahn könne nicht elf Rollstuhlfahrer auf einmal transportieren. Nur für sechs konnte die Trainerin einen Antrag stellen. "Die Fahrt wird ein echtes Abenteuer." Aber: "Wir werden einsteigen."

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