Vuuv : Im Putlitzer Goa-Universum

Auf dem großen Floor bewegt sich die Masse wie in Trance zu Musik und Lichtshow.  Fotos: Felix Alex
1 von 20
Auf dem großen Floor bewegt sich die Masse wie in Trance zu Musik und Lichtshow. Fotos: Felix Alex

Vuuv-Festival zog tausende Musikfans in die Gänsestadt

23-43902750_23-66107916_1416392334.JPG von
16. August 2015, 21:00 Uhr

Laser zucken durch den dunklen Himmel, im Takt der Musik wiegt sich die Menge vor der Bühne. Kein Gesang, nur elektronische Rhythmen mit einem harten Bass drängen aus den Lautsprechern. Die Menschen werfen ihr Gewicht von einem Bein auf das andere, stampfen, beinahe so, als würden sie den Boden unter ihren Füßen festtrampeln wollen. Alle scheinen wie in Trance, viele haben die Augen geschlossen und werfen die Arme in die Höhe, alle eint die Vorliebe für Goamusik. In dieser Nacht, auf einer Wiese in der Nähe von Putlitz, sind die eine große Gemeinschaft.

„Das ist es,was die Vuuv so besonders macht. Wir waren bereits am alten Standort in Niedersachsen. Wir meditieren hier, chillen, ernähren uns vegetarisch und hinterlassen keinen Müll. Aber vor allem die Musik sticht hier heraus“, fasst Isabella aus Hamburg zusammen. Wenige Meter entfernt sitzt eine Gruppe junger Leute unter einem Zeltdach. Auf Kissen oder in Hängematten haben sie es sich bequem gemacht. „Das hier ist wie ein Wohnzimmer, hier kann man nach dem Tanzen zur Ruhe kommen. Zudem kommt man hier mit fremden Leuten ins Gespräch und keiner ist aggressiv“, so Tom aus Schwerin. Für den 19-Jährigen Luk gehören Festivals einfach zum Sommer dazu: „Ich fahre immer so auf sechs Stück. Was die Vuuv hier genau ausmacht, kann man nicht in Worte fassen, es ist die Gesamtatmosphäre. Wenn man nur in der Sonne sitzen will, dann macht man das und wenn man direkt vor der Box tanzen will auch das, hier kann sich jeder frei entfalten.“

Und genauso ungewöhnlich wie die Leute, ist auch das Essen. Robert Böhme ist mit seinem Stand aus Salzwedel gekommen. Er verkauft Pommes, doch nicht normale, sondern Wurzelfritten. „Sellerie, Kohlrabi, rote Beete, Möhren und Kartoffeln werden in Streifen geschnitten, frittiert und gesalzen, dazu eine Erdnusssoße. Das passt zu den Leuten hier und verkörpert den Style, den auch ich lebe“, erzählt er.

Doch vor allem ist es die Internationalität, die hier gelebt wird. Auf der Vuuv trifft sich die Welt. Matan stammt aus Israel und hat einen Stand mit Hula Hoop Reifen, Frisbees und Tanzstöcken. Geübt lässt er seine Waren durch die Finger gleiten. „Ich habe mit Frisbees angefangen und wollte dann etwas aus dem machen, was ich mag“, so Matan. Kurze Zeit später passieren Helle und Maria die Auslage. „Auf der Vuuv fühlt man sich lebendig und wie in einer Blase. Das hier ist eine eigene Welt und wir genießen den Moment“, erzählen die beiden Däninnen.

Andreas und Martin sitzen hingegen lieber im Gras und blicken auf das angestrahlte Festzelt. Und auch wenn sie den langen Weg zwischen Campingareal und Bühne kritisieren, entschädigt doch vieles. „Das ist schon ein beeindruckender Anblick hier. Auf der Vuuv versteht man sich auf Anhieb fast mit jedem – das ist halt der Festival-Spirit“, sind sich beide einig. Worte, die wahrscheinlich jeder der Besucher so unterschreiben würde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen