Kreative Ideen : Im kunstvollen Grenzland

Wo vor 13 Jahren die Wände fast einstürzten, zeigen Gabriela Gollmart und ihr Mann Gerald Leopold nun Kunst.
Wo vor 13 Jahren die Wände fast einstürzten, zeigen Gabriela Gollmart und ihr Mann Gerald Leopold nun Kunst.

Gollmart und Leopold aus Dallmin beteiligen sich zu Pfingsten gleichzeitig bei der Prignitzer Elbelandpartie und der Aktion „Kunst offen“

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03. Juni 2017, 16:00 Uhr

Sie führten eine Fahrschule in Hamburg, lebten an der Alster. Als Gabriela Gollmart und Gerald Leopold auf das Rentenalter zugingen, führte sie der Zufall nach Dallmin.

Gleich neben der Kirche fielen ihre Blicke auf ein renovierungsbedürftiges Haus in wunderschöner Einzellage, das zugehörige Stallgebäude bestand allerdings fast nur noch aus den Wänden, der Giebel war halb eingestürzt. „Viel Arbeit, das war klar, aber wir wollten es“, so der 74-jährige Gerald Leopold. Das Pendeln waren sie gewohnt, hatten sie doch eine Wochenendwohnung auf der anderen Elbseite in einem alten Fürstenschloss im Wendland. Das ganze Haus in Dallmin war günstiger zu haben. „Es blieb von unserer Rente einfach nicht viel zum Leben übrig“, sagt die 64-Jährige, die früher die Geschäfte führte.

Und so pendelten sie fortan in die Prignitz, steckten an den Wochenenden ihre Arbeitskraft in das Haus und lebten unter der Woche in Hamburg. Irgendwann dann der radikale Entschluss: „Wir konnten nicht beides halten und hier haben wir viel Platz“, so Gerald Leopold und seine Frau ergänzt: „Es ist hier einfach noch natürlicher als im Westen.“

Die beiden, die sich auch manchmal beim Nachnamen nennen, sind keine Künstler, aber in Hamburg wahre Kunstliebhaber geworden. Und so öffnen sie an Pfingsten ihre Türen zur Elbelandpartie. Dann wird die Scheune zum Hort der Kunst und der weitläufige Garten hinterm Haus lädt zum Entspannen ein. Sie haben sich alte Künstlerfreunde aus ihrer Hamburger Zeit eingeladen: Joe Asmussen und seine Atelierkollegin Angelika Timm. Asmussen bringt seine Acrylbilder und Siebdrucke mit nach Dallmin. „Ich habe eine Woche in der Prignitz zugebracht, bin mit dem Auto durch die Landschaft gefahren, habe Pausen gemacht, mir Dinge angeguckt. Nicht immer sind es ganze Landschaften, mal auch nur Ausschnitte. Mir gefällt die Prignitz aus dem Grunde, dass nicht alles so erschlossen und zersiedelt ist“, sagte der Künstler.

Asmussen sei es auch gewesen, so Gabriela Gollmart, der die beiden im vergangenen Jahr anregte, sich parallel auch bei der Aktion „Kunst offen“ zu beteiligen. Denn im Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern steht Pfingsten seit fast zwei Jahrzehnten im Zeichen der offenen Höfe und Ateliers. Dass Dallmin auch kunstinteressierte Grenzgänger aus Mecklenburg locke, habe man im vergangenen Sommer an den zahlreichen Besuchern gesehen, so Gabriela Gollmart. Die Künstler werden am Pfingstwochenende persönlich anwesend sein, auf die Besucher wartet im Gartenreich der beiden Dallminer zudem eine Kaffeetafel.

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