Feuerwehrausscheide : Im Kampf um Punkte und Sekunden

Eine akurate Ausführung, wie hier bei den Kameraden aus Legde, zählt bei der „Angriffsübung nass“ mehr als die Zeit.
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Eine akurate Ausführung, wie hier bei den Kameraden aus Legde, zählt bei der „Angriffsübung nass“ mehr als die Zeit.

Das Wochenende stand für die Blauröcke aus dem Amt Bad Wilsnack/Weisen und der Gemeinde Groß Pankow im Zeichen des kameradschaftlichen Kräftemessens

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22. Mai 2017, 05:00 Uhr

Das Wetter meinte es gut mit Abbendorf. Während es weiter westlich in der Nacht zu Samstag schüttete, blieben der Ort und der Sportplatz verschont. Sonst wäre es auf dem Rasen schwierig geworden beim Amtsfeuerwehr-ausscheid des Amtes Bad Wilsnack Weisen am Samstag und Sonntag. Für die  Männer-und Frauen- sowie die gemischten Teams wie auch für die Jüngsten ging es zum Kräftemessen im Löschangriff, der Angriffsübung nass, an die Knotenstafette und zur Ersten Hilfe.

Seine wachsamen Augen auf die Abläufe richtet unter anderem Ulrich Wulf aus Breese. Der 73-Jährige war seit den 60er-Jahren  Mitglied der Breeser Wehr, lebte  zuletzt zwölf Jahre im Erzgebirge. Seit vergangenem Jahr ist er wieder mit an Bord, zurück in der Prignitz und in Abbendorf als Wettkampfrichter auf dem Platz. „Das Ausladen des Materials muss gewissen Vorschriften folgen, die Trageweise “ erklärt er die konzentrierten Vorgänge bei der sogenannten Angriffsübung nass. Bei dieser Schulungsübung haben die  nach Funktionen wie Wassertrupp, Angriffstrupp und Gruppenführer unterteilten Kameraden 60 Sekunden Zeit für ihre Befehlskette und müssen dann innerhalb von fünf Minuten mit den Strahlrohren vorrücken und zwei Büchsen von einem Podest spritzen, so Reinhard Zander, Wehrführer aus Klein Lüben. Bei falscher Ausführung droht Punktabzug. 

Wulfs Kritik nach dem Antritt von Groß Breese kommt prompt: „Der Angriffstruppführer sollte sich bei seiner Befehlsgebung nicht so sehr auf sein Kaugummi konzentrieren“. Gelächter unter den Kollegen. Etwas anders gelagert sind die Probleme bei den Legder Kameraden. In der Aufregung wollen der Gruppenführerin die Befehle nicht über die Lippen. Den Sieg nach Punkten bei den Herren holte sich letztlich Quitzöbel. Bei den Frauenmannschaften machten die Breeserinnen das Rennen, die sich, wie  Diana Kraus und Mandy Schmidt verrieten, mit dem Schlachtruf „Auf die Freiwillige Feuerwehr  Breese ein dreifaches ’Gut Schlauch’“ motivierten.

Den Nachwuchs rechtzeitig binden


Ebenfalls am Wochenende traten die Feuerwehren der Gemeinde Groß-Pankow in Vettin zum Gemeindeausscheid an. Zehn Männermannschaften, zwei Frauenmannschaften aus Seddin und Baek sowie 14 Jugendmannschaften kamen zum Kräftemessen. Die Erwachsenen mussten den klassischen Löschangriff absolvieren, die Angriffsübung nass, Stiche und Bunde in der Stafette und die Gruppenstafette.

Die Kameraden aus Baek während der „Angriffsübung nass“. Am Ende reichte es für Platz 2.
Foto: Thomas Bein
Die Kameraden aus Baek während der „Angriffsübung nass“. Am Ende reichte es für Platz 2.

Vor allem über eine gut funktionierende Jugendarbeit freut man sich in der Gemeinde. In den Jugendwehren Groß Pankows sind etwa 95 Kinder und Jugendliche aktiv. „Um die ganz kleinen etwas zu motivieren haben wir heute auch für sie einen kleinen Wettbewerb organisiert“, sagt Gemeindejugendwart Christian Rochnia. So mussten die Floriangruppen (Kinder von 6 bis 10 Jahren) sich in einer Stafette aus Hindernissen beweisen.

In den Pausen ist besonders ein Problem stets Thema unter den Kameraden: Die Einsatzbereitschaft der aktiven Wehren . „Wenn vor allem am Tage der Alarm geht, müssen wir immer mehr Wehren alarmieren um genügend Kräfte am Einsatzort zu haben“, sagt Gemeindebrandmeister Axel Gruschka. Da macht die Alarmierungskette dann auch vor kommunalen Grenzen nicht Halt. „Die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren in Pritzwalk funktioniert aber sehr gut“, so Gruschka.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

In Abbendorf setze sich bei den Herren Quitzöbel vor  Bad Wilsnack und Kublank durch. Bei den Frauenmannschaften landete die Breese auf Platz 1, gefolgt von Quitzöbel und Groß Lüben. Die Plätze 1 bis 3 in den Altersklassen (AK) der Jugend: AK 0: Groß Breese II, Rühstädt/Bälow, Breese; AK I (Jungen): Groß Breese, Quitzöbel, Breese I; in AK 2 der Mädchen starteten nur zwei Gruppen, hier liegt Weisen vor Quitzöbel. AK 2 (Jungen): Bälow, Quitzöbel, Rühstädt.

In Vettin belegten bei den Herren die Seddiner Platz 1, Baek (2.) und Vettin (3.). Bei den beiden Frauenmannschaften lag Seddin vor Baek . Bei der Jungen (AK1) verwies  Baek die Jungs aus Kuhsdorf und Wolfshagen auf die Plätze. Die Mädchen der AK I aus Kuhsdorf und die Jungen der AK II aus Groß Langerwisch starteten jeweils ohne Konkurrenz.

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