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Der Prignitzer

24. September 2017 | 10:44 Uhr

Im Kampf um den Rehwischdeich

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jun.2013 | 08:31 Uhr

Wittenberge | In den Lagebesprechungen der Einsatzleitung fiel der Begriff Rehwischdeich in den letzten Tagen immer wieder. Zumeist waren es schlechte Nachrichten, in denen es um Aufweichung und Sickerstellen ging. Rund um die Uhr wurde hier überwacht und gebaut, um den alten Wall gegen die Wassermassen der Stepenitz zu stabilisieren, die zwei bis drei Meter hoch auf den Wiesen der Niederung stehen. "Wenn dieser Deich bricht, dann läuft die Waldhaussiedlung voll", verdeutlicht Weisens Bürgermeister Berndt Wiechert die Bedeutung des Walls. Auch für das Fahrzeuginstandsetzungswerk ist der Deich sehr wichtig, hält er nicht mehr, strömt die Stepenitz in den Betrieb.

Während in den ersten Tagen des Hochwassers immer wieder kleinteilig repariert wurde, regelrechte "Feuerwehreinsätze" gegen Sickerstellen notwendig waren, herrscht inzwischen koordinierter Baubetrieb. Größtes Projekt ist dabei eine provisorische Straße zwischen ehemaligem Delphinbad und Deich. Mehr als 1000 Tonnen Sand und Recyclingmaterial aus gebrochenem Bauschutt wurden hier neben unzähligen Faschinen in den letzten Tagen verbaut, um einen besseren Zugang für die Sandsacktransporte zu schaffen.

"Die Maßnahme wurde auch deswegen notwendig, weil Sickerwasser die Wege komplett aufgeweicht hatte, so dass sie für Fahrzeuge kaum noch zu passieren waren", erklärt Ralf Arnoldt von der Feuerwehr Düpow, der zeitweise die Abschnittsleitung am Rehwischdeich inne hatte. Um zu verhindern, dass das Wasser wieder derartigen Schaden anrichtet, haben die Einsatzkräfte Sammelgräben gezogen, die über Rohre, welche unter der Straßenschüttung eingebaut worden sind, in Richtung Delphinbad entwässern. Insgesamt wird der befestigte Weg rund 800 Meter lang sein und den Zugang zu den neuralgischen Punkten deutlich vereinfachen.

"In Abstimmung mit Ingenieuren der Wasserbehörde haben wir den Deich zudem mit Zehntausenden Sandsäcken und Faschinen verstärkt, wobei wir letztere Mangels Nachschub zeitweise vor Ort aus Zweigen und Ästen selbst hergestellt haben", berichtet Arnoldt und lobt die unglaubliche Einsatzbereitschaft, die er an dieser Stelle von allen Helfern - Feuerwehr, THW, Freiwilligen und Soldaten - erlebt hat.

Neben den Deichläufern, die den Schutzwall von der Landseite aus begutachtet und gefährdete Stellen mit Sprühfarbe markiert haben, waren auch Soldaten mit Schlauchbooten im Einsatz, um wasserseitige Kontrollen vorzunehmen. Zudem informierte der Krisenstab des Kreises, dass derzeit permanent eine 30 Mann starke Reserve direkt am Rehwischdeich in Bereitschaft steht, um bei Schäden schnellstens regieren zu können.

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