Wittenberge : Im Blaulichtmilieu

Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst kennt sich mit nahezu jeder Art von „Knallbonbon“ bestens aus.
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Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst kennt sich mit nahezu jeder Art von „Knallbonbon“ bestens aus.

Feuerwehr, Kampfmittelräumer und Polizeitaucher präsentierten sich im Hafen beim Blaulichttag.

Von Anne Armbrecht

Den Titel der beliebtesten Blaulichttruppe hatte das Technische Hilfswerk (THW) am Samstag konkurrenzlos für sich gewonnen. Die Truppe um Roberto Brehme hatte in der Elbe eine Tauchpumpe installiert, hinter den Zeltplätzen eine improvisierte Sprinkleranlage geschaffen: eine kleine, aber unglaublich wohltuende Abkühlung für die Drachenbootpaddler und alle anderen Besucher des Wittenberger Nedwighafens.

Dort fanden in diesem Jahr erstmals der Elbebadetag und der Blaulichttag parallel statt. Und obwohl sich der Andrang aufgrund der Hitze insgesamt in Grenzen hielt: Die Gäste, die da waren, waren interessiert und begeistert wie eh und je.

Am Deich wurde auch sonst einiges geboten: An einem Zelt gab es Informationen zur Polizeiausbildung in Brandenburg. An einem anderen konnte man eine Rauschbrille aufsetzen, um mal den Blick unter Alkoholeinfluss am Steuer auszuprobieren. Alte Polizeibusse standen zur Besichtigung. Die Feuerwehrkameraden probten einen Unfalleinsatz und zerlegten bei der Rettung der „verletzten Personen“ spektakulär einen alten Kleinwagen in sämtliche Einzelteile.

Ähnlich spannend war auch das, was Sprengmeister Gerd Fleischhauer am Stand des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zu bieten hatte. Er und sein Team hatten eine ganze Reihe verschiedenster Sprengkörper und deren Geschichten zur Anschauung mitgebracht. Das Publikum: neugierige Kinder, aber auch Großeltern, die die Waffen noch von früher kennen. Fleischhauer ging es nicht nur um Selbstdarstellung, auch wenn er mit Stolz die eigenwilligen Schmuckstücke präsentierte – viel wichtiger war ihm die Aufklärung.

Noch immer finden er und seine Männer etwa 150 Sprengkörper jährlich in der Prignitz – aufgelesen von Pilzsammlern oder auf Flug- und Sportplätzen. „Die haben auch nach über 70 Jahren nichts an Gefährlichkeit eingebüßt“, warnt der Experte. Bei den alten, verrosteten Materialien und einer Hitze wie dieser Tage kann es bei Sprengkörpern am Waldboden auch zu Selbstdetonation kommen. Der Profi rät deshalb bei verdächtigen Funden: Fernbleiben und die Spezialisten verständigen.

Ein paar Meter weiter leistete Lukas Arnold Aufklärung in Sachen Brandschutz. Sein wichtigstes Anliegen: Rauchmelder. Haben denn inzwischen alle welche zu Hause? „Wenn sie nur in der Kiste liegen, nützen sie nichts – sie müssen schon an der Decke hängen“, erklärte er. Es sei noch immer nicht jedem klar, wie wichtig Rauchmelder im Ernstfall seien. Immerhin: Ein paar Besucher hat er an diesem Tag von den piependen Lebensrettern überzeugen können.

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