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Begehrtes Souvenir aus der Prignitz : Im Bann des Dreikönigsrings

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Goldschmiedemeister vertreibt künftig Replik des Meyenburger Fundes aus dem 14. Jahrhundert. Kaufinteresse hat alle Beteiligten überrascht

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erstellt am 10.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Edel, magisch, begehrt. So lässt sich dieser Ring beschreiben. Er ist ein Replik des Dreikönigsrings aus Meyenburg. Ein Jahr ist es her, dass der Landkreis Kopien in 333er Gold anfertigen ließ, diese zum Verkauf anbot. Was dann geschah, überraschte alle Beteiligten und führt jetzt zu einer Fortsetzung des in Brandenburg bisher einzigartigen Projekts.

Die ersten 20 Ringe waren nach wenigen Tagen verkauft. „Wir bestellten 20 Ringe nach und auch die sind vergriffen“, sagt Edelgard Schimko auf dem gestrigen Pressegespräch. Die Geschäftsbereichsleiterin und ihre Kollegin Ortrud Effenberger, Sachbereichsleiterin Denkmalschutz, hatten die Idee zu diesem außergewöhnlichen Souvenir. Vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung vergingen Jahre.

Nach der Berichterstattung unserer Zeitung habe das Telefon nicht stillgestanden. Bestellwünsche gingen beim Kreis und bei beteiligten Prignitzer Museen ein. Mancher sieht darin ein Hochzeitsring, mancher ein Geschenk für Kinder, die die Prignitz verlassen haben, sagt Ortrud Effenberger. Kaufinteressenten gab es aus mehreren Bundesländern.

Goldschmiedemeister Sebastian Zenner, Ortrud Effenberger (l.) und Edelgard Schimko zeigen verschiedene Ausführungen des Meyenburger Dreikönigsrings.

Goldschmiedemeister Sebastian Zenner, Ortrud Effenberger (l.) und Edelgard Schimko zeigen verschiedene Ausführungen des Meyenburger Dreikönigsrings.

Foto: Hanno Taufenbach
 

„Diese Resonanz war für uns Anlass, den Vertrieb in professionelle Hände zu legen“, so Edelgard Schimko. Dafür konnte Goldschmiedemeister Sebastian Zenner gewonnen werden. Der Leipziger Handwerker hat bereits die erste Replik angefertigt. Größte Herausforderung dabei war die Inschrift in gotischer Majuskel: „+Jaspar+Baltazar+Melchior“. Einscannen und in Lasergravur auftragen – so ließ sich die Schrift möglichst originalgetreu wiedergeben. Doch erst dann beginne die eigentliche Kunst des Goldschmieds. Das Gussmodell und jeder einzelne Ring muss zusätzlich bearbeitet, die Schriftzüge ziseliert werden, beschreibt Sebastian Zenner.

Die Namen der Drei Heiligen Könige verleihen dem Ring einen besonderen Zauber, machen ihn fast einzigartig. „Sie stehen für den Dreikönigskult im späten Mittelalter und es gibt nur ganz wenige bekannte Exemplare mit so einer Inschrift“, ergänzt Ortrud Effenberger. Sein Träger muss Burgherr oder eine wohlhabende Persönlichkeit gewesen sein, zum Beispiel der Meyenburger Herrscher.

Zenner bietet den Ring in verschiedenen Größen in 333er oder 585er Gold sowie in Silber und Silber hartvergoldet an. Die Preisspanne reicht von 90 bis 379 Euro. Der bisherige Preis von 125 Euro war durch den Kreis gestützt. Zehn Prozent des Gewinns fließen an das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege.

Dessen Leiter Professor Franz Schopper war anfangs skeptisch, musste überzeugt werden. Ohne seine Zustimmung wäre das Projekt unmöglich gewesen. Die hochwertige Ausführung, das Material und die Nachfrage seien aber überzeugende Argumente, so Schopper gestern. Der Ring ist brandenburgweit der einzige Grabungsfund mit einer Replik und kann bei Sebastian Zenner unter 0341/ 2119979 bestellt werden. Muster gibt es in Prignitzer Museen und im Archäologischen Landesmuseum.

 

 

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