New Healing Festival bei Preddöhl : Im Bann der Heilung und Musik

Ganze 300 Workshops warten auf die Gäste des Festivals.
Ganze 300 Workshops warten auf die Gäste des Festivals.

New Healing Festival setzt sieben Tage lang auf Workshops, Vorträge und Livemusik. Nach der „Week“ folgt die Party

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18. August 2016, 21:00 Uhr

Wenn der Autoverkehr zwischen Preddöhl und Gerdshagen deutlich zunimmt, ungewohnte Klänge durch die Prignitzer Luft wabern und sich das Gelände am Stausee zu einem kleinen Dorf entwickelt, dann ist wieder die Zeit des „New Healing“ Festivals angebrochen. Fünf Tage lang dreht sich hier alles um die Themen Heilung, Natur und das menschliche Miteinander, bevor am Wochenende Psytrance-Goa-Klänge dominieren und über 50 Stunden durchgetanzt wird.

Doch bedeutet so ein Festival im Vorfeld spezielle Arbeit. „Manche von uns sind schon seit etwa drei Wochen hier, leben zwischen den Bäumen und suchen nach passenden Ästen für Skulpturen und ihre Land-Art“, erzählt Jens Zygar, Programmgestalter des „Tipi-Town“, also des Areals, auf dem die meisten der etwa 300 Kurse stattfinden. „Dabei ist es wichtig, dass für die natürliche Deko nur Dinge verwendet werden, die der Wald freigegeben hat, hier wird nichts gefällt“, ergänzt Organisationsmitglied Matthias Paulsen. Allgemein sei dieses Verständnis ein Grundgedanke des Festivals. „Es geht immer darum, dass sich die Menschen wohl fühlen, freundlich im Umgang miteinander sind, kreativ und einzigartig“, so Zygar. Vor allem „Heilung“ sei, wie der Name „Healing“ schon sagt, ein zentrales Element. „Dieses Thema wird vielschichtig interpretiert und viele individuelle Wege und Perspektiven können hier betrachtet und ausprobiert werden. So ist z.B. die Klangmassage sehr beliebt, bei der Klangschalen auf den bekleideten Körper aufgesetzt und angeschlagen werden. Auf diese Weise überträgt sich der Schall entspannt“, erklärt Jens Zygar.

Dass das New Healing Festival auch noch einmal etwas differenziert von anderen Prignitzer Goa-Veranstaltungen, wie zum Beispiel der VuuV, gesehen werden muss, zeigt dabei schon ein erster Blick in die Runde. Viele Familien bevölkern das „Tipi-Town“, Kinder spielen zwischen den Kursteilnehmern, viele Babys schmiegen sich an die Körper ihrer Mütter und auch einige Hunde gesellen sich zwischen die Festivalbesucher. „Wir setzen hier deutlich mehr auf Kultur und haben dementsprechend auch ein etwas anderes, sehr höfliches Publikum“, so der Geschäftsführer des Festivals Sebastian Enkelmann.

Genauso höflich und doch etwas anderes soll es dann ab Freitagabend zugehen, wenn sich die Celebration Area öffnet und die Psytrance Musik erklingt. „Das ist elektronische Tanzmusik, ein Bass, dazu sehr breite Klangbilder im Höhenbereich und komplexe Melodien, zu denen das ganze Wochenende durchgehend getanzt wird“, verdeutlicht Musikchef Daniel Schneider. Zahlreiche Künstler, darunter Szenegrößen wie Tristan oder Astrix aus Israel, werden, immer unterstützt durch Lichtspiele, auflegen. „Abgestimmt auf die jeweilige Tageszeit gibt es immer einen speziellen Sound. Zum Beispiel gibt es einige Besucher, die extra früh schlafen gehen, um pünktlich um 6 Uhr zur „Sunrise“-Musik auf der Tanzfläche zu stehen und den Sonnenaufgang zu erleben“, so Schneider.
Ein wichtiger Faktor, der hierbei ineinandergreift, sind vor allem auch die Region und das Areal, die für die Symbiose beider Teilbereiche ideal sind. „Als ich 2012 das erste Mal als Besucher hier war, fand ich es unglaublich. Es gibt wenig Festivalgelände, die ähnlich schick sind, die Freifläche, umgeben von Wald und der Badesee als Abrundung“, so Enkelmann. Und auch mit den Einheimischen sei nach 16 Jahren des Festivalbestehens eine Verbindung gewachsen. „Die Abläufe haben sich eingespielt, die Menschen aus Preddöhl und Gerdshagen unterstützen uns maßgeblich und auch das Amt Meyenburg, die Polizei und die Sanitäter helfen uns jedes Jahr gewaltig“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Doch sei man mittlerweile mit dem bewährten Aufbau an die Grenzen geraten. „Wir hatten bis zum Mittwoch auf dem Areal schon über 750 Gäste. Das sind mehr als im vergangenen Jahr am Freitag. Am Wochenende erwarten wir dann noch einmal etwa 3000 Leute“, so Sebastian Enkelmann. Und auch in Zukunft soll die „New Healing“ ein fester Bestandteil der Prignitz bleiben. „Alle Verträge sind langfristig angelegt, wir wollen weiter wachsen und auch in Zukunft offenherzig und spektakulär eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen.“

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