Eichenprozessionsspinner : Im Anflug auf die Raupen

Auf 2700 Hektar will der Landkreis in diesem Jahr den Eichenprozessionsspinner aus der Luft bekämpfen.
Auf 2700 Hektar will der Landkreis in diesem Jahr den Eichenprozessionsspinner aus der Luft bekämpfen.

Gesundheitsvorsorge: Kreis will auf 2700 Hektar den Eichenprozessionsspinner bekämpfen / Naturschutzverbände sind dagegen

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13. März 2015, 22:00 Uhr

Zuversichtlich geht der Landkreis die bevorstehende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an. Die Ausgangslage sei deutlich besser, als vor einem Jahr, sagte die zweite Beigeordnete Dr. Sabine Kramer Donnerstagabend auf der Kreistagssitzung.

Wichtige behördliche Genehmigungen liegen seit wenigen Tagen vor. So darf das Mittel Dipel ES eingesetzt werden, auch aus der Luft (wir berichteten). In der Prignitz waren 2960 Hektar Befallsfläche gemeldet worden. Nach dem Abwägen der Hinweise der unteren Naturschutz- und Wasserbehörde sind es noch 2700 Hektar, die bekämpft werden sollen, so Kramer. „Das sind 1000 mehr als im vergangenen Jahr“, veranschaulicht sie die Dimension.

Geplant ist ein Einsatz auf 1350 Hektar geschützter Fläche. Dazu hat sich der Kreis nach dem Abwägen von geäußerten Bedenken entschieden und argumentiert mit drei Gründen: Diese Flächen grenzen unmittelbar an Siedlungen, Wege und Straßen führen durch diese Gebiete, nur eine möglichst vollständige Bekämpfung sichert den Erfolg.

Der Naturschutzbeirat Prignitz habe dem Vorhaben einstimmig zugestimmt. „Die anerkannten Naturschutzverbände im Land haben das komplett abgelehnt“, so Kramer. Zwar sei ihre Zustimmung nicht erforderlich, aber sie können Klage einreichen. Das Landesumweltamt habe sich noch nicht abschließend geäußert, sondern den Kreis gebeten, zusätzliche Fragen zu beantworten.

Eingetroffen ist die Antwort der Landesregierung auf die Resolution des Kreistages zu diesem Thema. Sie stärkt die Position des Kreises. Vor allem in zwei Punkten sieht sich die Perleberger Verwaltung bestätigt: Grundsätzlich entscheidet der Kreis, ob eine Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung besteht. Dies ist die Voraussetzung für eine Bekämpfung auf geschützten Flächen. Ebenfalls bekräftigt die Landesregierung, dass ein Absaugen nur bei Einzelbäumen sinnvoll sei, aber nicht für größere Flächen.

In der Antwort seien auch die Versprechen enthalten, dass im Landesforst großflächig bekämpft werden darf und dass sich die Potsdamer Regierung bundesweit für eine vereinfachte Zulassung möglicher Bekämpfungsmittel einsetzen wolle.

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