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Der Prignitzer

20. November 2017 | 22:26 Uhr

Illegale Abfälle in Kiesgrube entdeckt

vom

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erstellt am 29.Aug.2012 | 05:19 Uhr

Luggendorf | Ein Großaufgebot an Polizeibeamten sowie Mitarbeitern des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) hat gestern in der Kiesgrube Luggendorf (Gemeinde Groß Pankow) nach illegal entsorgten Abfällen gesucht. "Damit wurde ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Neuruppin umgesetzt", sagte Harry Jäkel, Kommissariatsleiter für den Bereich Schwere Umweltkriminalität im Landeskriminalamt (LKA).

Und die Beamten wurden fündig. Mit schwerem Gerät förderten sie Schlacken, Mineralwolle, Asbest, ja sogar komplette Abrisse zu Tage. Alles so genanntes "bergbaufremdes Material", wie Jäkel erläuterte. Dabei liegen die illegalen Abfälle sehr tief in der Kiesgrube vergraben. Bis zu acht Meter Erdreich mussten ausgehoben werden, bevor das Material sichtbar wurde. "Das spricht für eine enorme kriminelle Energie", sagte Brigitte Kreßler, Mitarbeiterin beim LBGR. Die Experten versuchen nun die genaue Menge der entsorgten Abfälle zu ermitteln. Dafür kam gestern Nachmittag eigens ein Hubschrauber des LKA zum Einsatz, mit dessen Hilfe eine Luftbildvermessung durchgeführt wurde. Zusätzlich sollen Gutachter einschätzen, welche Gefahren für die Umwelt von den Abfällen ausgehen.

Verantwortlich für die illegale Entsorgung sei nach bisherigem Ermittlungsstand nicht der derzeitige Besitzer der Kiesgrube, sondern dessen Vorgänger, die Schmidt Kieswerke GmbH, teilte das LKA mit. "Diese hatte keine Genehmigung, bergbaufremdes Material zu vergraben, es handelt sich deswegen um eine Straftat", so Hans-Joachim Benisch vom LBGR.

Bereits im April 2010 hatte eine Kontrolle des LBGR in der Kiesgrube Groß Buchholz (ebenfalls Schmidt Kieswerke) zu Tage gebracht, dass dort etwa 1000 Kubikmeter Baumischabfälle illegal vergraben worden seien. Anlass für diese Kontrolle sei laut "Prignitzer"-Recherchen eine Anzeige gewesen. Damals waren auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern 13 Schürfungen mit dem Bagger vorgenommen und 15 Proben entnommen worden. Dabei habe man festgestellt, dass neben Bauschutt auch Styropor, ausgediente Fenster oder Holzabfälle vergraben worden seien.

Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Neuruppin, denn es handele sich um Wirtschaftskriminalität. Im vergangenen Jahr gab es Durchsuchungen beim Betreiber der Grube, seien Geschäfts- und Wohnräume dreier Beschuldigter in Perleberg und Umgebung durchsucht worden. Und auch die Kiesgrube Luggendorf habe bereits im vergangenen Jahr im Fokus der Ermittlungen gestanden, wie der "Prignitzer" gestern vom Neuruppiner Oberstaatsanwalt Detlef Hommes erfuhr.

Wann die Sache abgeschlossen wird, konnte Hommes nicht sagen. "Wir sind mitten im Ermittlungsverfahren".

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