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Der Prignitzer

24. November 2017 | 14:19 Uhr

Ideenschmiede für die Innenstadt

vom

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2013 | 06:42 Uhr

Bad Wilsnack | Die blaue Holzbank vor dem grün-gelb gestalteten Fachwerkhaus in der Lindenstraße lädt zum Verweilen ein. Für Bärbel Mann eine selbstverständliche Geste an die Bad Wilsnacker, vor allem aber auch Besucher der Stadt. Die engagierte Kurstädterin geht gern mit gutem Beispiel voran, wenn es sich um mehr Attraktivität des Ortsbildes dreht. Um so mehr ärgert sie sich darüber, wie das Zentrum rings um die Wunderblutkirche und die Große Straße immer weniger wahrgenommen wird.

"Wir hatten im vergangenen Jahr rund 27 000 Besucher in der Wunderblutkirche, wo sind die danach alle hin? Sie haben sich in den Bus oder ins Auto gesetzt und sind weitergefahren", konstatiert Bärbel Mann. Und es wundert sie kaum, denn so viel Einladendes biete das Stadtzentrum nicht. "Allein der Platz vor dem Rathaus. Ich werde immer wieder angesprochen, ob das ein Aufmarschplatz sei", gibt die Bad Wilsnackerin Besuchermeinungen wieder. Und sie erzählt weiter, dass der Mödlicher Künstler Bernd Streiter angeboten habe, nicht nur für Havelberg vor dem Dom, sondern auch für Bad Wilsnack einen Springbrunnen zu gestalten. Er selbst habe die Idee nach Wilsnack getragen, allerdings ohne Resonanz.

Doch auch unabhängig von größeren Investitionen gebe es vieles, was man für das Stadtbild tun könne. "Manche schmücken ja schon ihre Fenster, stellen Blumen vor das Haus." Aber Aktionen wie beispielsweise in Wittenberge, wo große Wohnungsvermieter regelrecht zu Wettbewerben um den schönsten Blumenschmuck aufrufen, die vermisse sie in der Kurstadt. Dabei biete die doch in vielerlei Hinsicht bessere Voraussetzungen als beispielsweise die Elbestadt, allein schon wegen der Elbtalklinik. Denn das ganze Jahr über kommen Kurgäste nach Bad Wilsnack. Nur in der Innenstadt merke man wenig davon. Sicher, räumt Bärbel Mann ein, sei die Eisenbahnlinie mit dem Tunnel ohne ordentlichen Gehweg wie eine Grenze zwischen den beiden Stadtteilen. Aber allein darauf dürfe man das mangelnde Interesse der Kurgäste auch nicht zurückführen. "Wir haben hier keine ordentliche Konditorei mit entsprechenden Angeboten", fügt die Frau an, die viele Jahre im Bäderverband mitgearbeitet, viele Kurstädte besucht hat, "die teilweise schlechtere Voraussetzungen haben als wir, aber mehr aus sich gemacht haben".

Sicher sei es nicht einfach, in einer so kleinen Stadt Handel zu betreiben. "Aber ich weiß von zwei Boutique-Besitzern aus meiner Bekanntschaft, die hatten sich hier in Bad Wilsnack umgetan, um eine Filiale zu eröffnen. Dem einen sagte man, das könne er vergessen, hier sei ohnehin nichts los, die andere hätte so viel Miete bezahlen müssen wie nicht einmal in der Münzstraße in Schwerin", berichtet Bärbel Mann. Dabei ist die selbst modebewusste Frau davon überzeugt, dass sich mit entsprechenden Angeboten auch Kurgäste zum Einkaufsbummel animieren ließen. "Andere Kurstädte machen es uns doch vor."

Das Problem der Innenstadtbelebung könne nur gemeinsam gelöst werden, ist sich Bärbel Mann sicher. "Wir haben in den 90er Jahren die Gruppe ,Wilsnack 2000’ gegründet. Darin machte der Gewerbeverein ebenso mit wie die Kurklinik und weitere Interessenvertreter." Leider löste sich die Gruppe später auf. Bärbel Mann ist davon überzeugt, dass es solch einer Ideenschmiede wieder bedarf. Sicher könne nicht alles sofort umgesetzt werden. "Aber Förster Zimmermann hat auch jahrelang am Biertisch erzählt, dass es hier Moor gibt, und hatte letztendlich Erfolg damit."

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