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Prignitzstädte kommen nicht in die nächste Runde : Ideen überzeugen die Jury nicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Perleberg und Wittenberge scheitern mit gemeinsamer Konzeption im bundesweiten Projekt Zukunftsstadt. Andere Lösungen suchen

von
erstellt am 27.Jul.2016 | 22:00 Uhr

Der Optimismus verflogen, die Hoffnungen auf die zweite Runde im Wettbewerb Zukunftsstadt haben sich nicht erfüllt. Wittenberge und Perleberg schaffen nicht den Sprung in die Gruppe der bundesweit 20 letzten Teilnehmer und müssen damit auch auf 200 000 Euro verzichten. Mit dem Geld hätten die Städte ihre Ideen aus der ersten Runde konkretisieren und planen können.

Hauptziel war das Thema Leerstand und Belebung. Der Ansatz war künstlerisch gewählt und offen formuliert. Im Mittelpunkt standen Schüler, die ihre Wünsche und Visionen schildern sollten. Die Projektpartner, Künstlerin Ute Reeh und Saskia Hebert vom Büro subsolar Architektur und Stadtforschung, verzichteten bewusst auf Kriterien wie beispielsweise Finanzierbarkeit. Es sollten Wege gefunden werden, die selbst utopisch anmutende Ideen am Ende umsetzen.

In Workshops diskutierten Bürger, Politiker, Handwerker mit den Kindern über ihre Ansätze und Ideen. Zeichnungen und Modelle entstanden. Manches wurde verworfen, wie eine Paintballhalle in Perleberg oder eine zeitlich befristete Slawenburg im Hagen.

Anderes kam auf die Agenda: Spielplätze und Designerbänke an Bushaltestellen.

Mit das größte Potenzial sah Ute Reeh im Bereich der Ausbildung. Eine „Bau Akademie“ sollte ein erster Schritt für die Westprignitz sein. Ihr Ziel: Bildung, Ausbildung, Fortbildung, Forschung für alle Bevölkerungsschichten / Altersgruppen. Für Wittenberge gab es Ansätze, eine leere Immobilie als Begegnungsstätte und Ideenbörse zu nutzen.

„Es wäre schön gewesen, wenn wir das zwischen den Städten abgestimmte und gemeinsam entwickelte Ideenpaket für die Phase 2 hätten umsetzen können“, sagt Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura. Jetzt soll überlegt werden, welche Ideen auch ohne die Mittel des Bundes angegangen werden können, so Jura.

Beide Städte seien sich einig, dass es sich lohnt, den in der ersten Phase begonnenen Zukunftsstadtprozess weiterzuführen. Die Fördermittel des Bundes hätten den Prozess beschleunigt. Nun werden die Städte in kleineren Schritten weiterarbeiten. Im September ist das nächste gemeinsame Treffen geplant, kündigt Jura an.


Jury wählte Sieger aus


Aufgelegt hatte den Wettbewerb das Bundesforschungsministerium. „Ob bezahlbarer Wohnraum, sichere Arbeit, nachhaltige Verkehrs- und Infrastrukturen, Zuwanderung oder die Energiewende: Wie die Zukunft unserer Stadt aussehen soll, geht uns alle an“, heißt es in der Mitteilung.

51 Städte waren in der ersten Runde beteiligt, eine Jury aus Experten hat unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten 20 Kommunen ausgewählt, um ihre Ideen für eine lebenswerte und nachhaltige Stadt weiterzuentwickeln.

„Mit unserem Wettbewerb bringen wir die kreativen Ideen aus der Forschung mit den lokalen Bedürfnissen in den Städten zusammen“, sagte Bundesministerin Johanna Wanka (CDU). Sie spricht von teils überzeugenden Ideen aus der ersten Runde, beispielsweise wie Verkehrswege in Parkanlagen und Gemeinschaftsorte umgewandelt werden könnten. Zudem seien neue Nachbarschaftskonzepte und Ideen für ein lebendigeres Stadtleben entstanden oder Gebäudekonzepte, die aus Abwasser klimafreundliche Energie gewinnen.

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