Masterarbeit zu Perleberg : Idee: Vom vergessenen Kino zum Kulturhof

Im Maßstab 1:200 hat Mareike Zabel auch dieses Stadtmodell angefertigt. Grün – das ist besagtes Häuserareal.
Im Maßstab 1:200 hat Mareike Zabel auch dieses Stadtmodell angefertigt. Grün – das ist besagtes Häuserareal.

Architekturstudentin schuf mit Masterarbeit Vision zur Nutzung des Gebäudeareals Großer Markt/Schuhstraße

von
29. November 2014, 22:00 Uhr

Wieder nach Hause kommen – das wollte Mareike Zabel, die in Bremen Architektur studierte. Und so sollte das Thema ihrer Masterarbeit einen regionalen und realistischen Bezug haben. In Perleberg aufgewachsen, 2007 hier das Abi gemacht, führte sie ihr Weg Ende 2013 ins hiesige Bauamt und dann ins Rathaus zum Bürgermeister. Ideen, was in der Stadt beplanbar wäre, daran mangelt es nicht. Doch der Charme des alten Kinos auf dem Großen Markt, der fesselte sie. „Bis dato wusste ich gar nicht, dass es dort mal ein Kino gab. Vorne Wohnhaus, nach hinten zur Schuhstraße hin der Kinosaal, den man, vorbei an der einzigen Toilette, nach der Vorführung dort auch, praktisch durch die Hintertür, verließ.“ 1920 als Kino mit rund 200 Plätzen im Saal eingerichtet, flimmerte es bis Anfang der 60er Jahre hier noch auf der Leinwand. „Meine Oma hat hier noch eine der letzten Vorstellungen gesehen, hat sie mir jetzt erzählt.“ Dann nutzte der Konsum den Saal als Möbellager, der einst mal als Stall erbaut wurde.

Inzwischen ist das Gebäudeareal der letzte riesige Brocken auf dem Großen Markt, der auf eine Generalüberholung und Wiedernutzung wartet. Der Eigentümer, mit dem die Stadt seit 2008 im Gespräch sei, stehe dem aufgeschlossen gegenüber, will aber selbst nicht agieren, ist vom Bürgermeister zu erfahren. Ein Verkauf an die Stadt oder einen anderen sei nicht abwegig. Doch bis dahin fließt noch etliches Wasser die Stepenitz entlang.

Nichtsdestotrotz hat die 26-jährige Architekturstudentin mit ihrer Masterarbeit schon mal eine Idee, eine Vision geliefert: die vom Kulturhof. Das denkmalgeschützte Vorderhaus, Großer Markt 10, wird im Bestand saniert. Die Räumlichkeiten könnten als Probenräume genutzt werden. Der marode Zwischenbau aus DDR-Zeiten weicht zugunsten eines Hofareals, von dem man geradewegs ins ehemalige Kino gelangt, das nur noch teilweise unter Denkmalschutz steht. Der Saal wird so hergerichtet, dass er funktionell für unterschiedlichste, etwas größere Veranstaltungen genutzt werden kann – Konzerte, Sitzungen, Stühle raus dann biete er Platz durchaus für einen kleinen grünen Markt und … Vieles ist möglich, denn die einzelnen Gebäude, einbezogen hat Mareike Zabel auch den ehemaligen Pferdestall in der Schuhstraße 23, wo Probenräume für die Musikschule entstehen könnten, sind separat zu erreichen und nutzbar. Ein interessantes Konzept, nicht von ungefähr erhielt ihre Masterarbeit die Note 1,5. Und vielleicht wird die Vision als bald sogar Realität, ob ganz oder in Ansätzen. Mit der jungen Absolventin, die jetzt in Hamburg arbeitet, bleibe man in Kontakt, so der Bürgermeister.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen