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Wunderblutkirche : Idee: Lebensgroße Pilgerfiguren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Künstler Bernd Streiter möchte Bad Wilsnacks Kirchengeschichte im Stadtbild sichtbar machen und präsentiert seine Ideen

von
erstellt am 05.Mai.2014 | 14:02 Uhr

Bernd Streiter, gebürtiger Perleberger mit Atelier in Mödlich, beschäftigt seit Jahren das Thema „Wallfahrt und Wunderblut“. Hier sind Havelberg und Bad Wilsnack nicht voneinander zu trennen, denn bekanntlich profitierte der Bischofssitz in der Domstadt nicht unerheblich von den sprudelnden Einnahmen aus der Wunderblut-Pilgerei.
So reichte Bernd Streiter mit Blick auf die Buga 2015 und damit verbundene bauliche Vorhaben in Havelberg mehrere künstlerische Entwürfe bei der Stadt ein. Darunter eine drei Meter hohe Bischofsmütze für die Domplatte mit Informationen zur Entstehung des Bistums Havelberg im Rahmen der Christianisierung des ostelbischen Ufers und zur Bedeutung des Wunderbluts für den Dom-Innenausbau.

Ein Brunnen mit einer aussagestarken Figurengruppe sollte die Scheinheiligkeit des Wunderblutkults darstellen. Beide Vorschläge fanden jedoch keine Berücksichtigung. Großformatige Kohlezeichnungen zu diesen Entwürfen, aber auch andere Skizzen sowie Radierungen sind Teil der am Sonnabend eröffneten Ausstellung auf der Saldern-Empore in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack sowie im Schlossverbindungsgang. Sie sind noch bis Oktober zu sehen.

Mit der Ablehnung der Havelberg-Ideen legte Streiter aber nicht das Thema Wunderblut zu den Akten. Leider weise in Bad Wilsnack figürlich nichts auf das Wunderblut und damit verbundene Pilgerfahrt aus ganz Europa in die Prignitz hin, bedauerte der Künstler am Wochenende während seiner Ausstellungseröffnung „Konzepte, Ideen, Radierungen“ in der Wunderblutkirche.

„Die Stadt sollte dieses wichtige Stück ihrer Seele lebendig machen.“ Im Gespräch mit den Ausstellungsbesuchern nannte er dazu erste Ideen. So schlug er vor, verteilt in der Stadt Pilgerfiguren in Lebensgröße oder als kleinere Plastiken, versehen mit kleinen Anekdoten, auf einem Sockel aufzustellen.

„Verbunden werden könnte das Ganze für die Besucher mit einem Stadtrundgang“, meinte Streiter. Mit Sponsorenhilfe könnte dieses Ensemble über die Jahre weiter ergänzt werden, so der Künstler mit Blick auf Lenzen, wo kürzlich auf diese Weise der Brezeltante ein Denkmal gesetzt wurde. Ein echter Hingucker wäre eine mit Wassertechnik funktionierende Sündenwaage, aufgestellt am Marktrand in direkter Sichtachse zur Wunderblutkirche.

Konkrete Vorstellungen hat Streiter ebenso zur Darstellung der Reformation mit einer dreiteiligen Figurengruppe von Pilger, Bischof und Luther. Auch zur Plattenburg, der Sommerresidenz der Havelberger Bischöfe, hat der Prignitzer Künstler mit einer Sauspieß-Jagdszene eine erste Idee.
„Gut, dass die Diskussion aufgenommen wird, wie 170 Jahre Pilgergeschichte nach außen dargestellt werden“, betonte Jochen Purps, Vorsitzender des Fördervereins Wunderblutkirche. „In der Richtung muss was passieren“, pflichtete auch Hans-Dieter Spielmann bei, neben Hans-Dieter Haas Bürgermeisterkandidat der kommenden Kommunalwahlen.
Was Besucher freuen wird: Zum Pilgerfest am 16. August will Bernd Streiter Teile seiner Ausstellung mit Entwürfen zu den Pilgerfiguren bzw. zur Sündenwaage ergänzen.



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