Bürgermeisterwahl Wittenberge : „Ich will weiterhin etwas bewegen“

Ein gutes Zeichen für Wittenberge: Das österreichische Unternehmen Austrotherm feierte im Juni 2013 Richtfest für seine 40 Millionen-Investition im Gewerbegebiet Nord. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (vorn) zieht gemeinsam mit Firmenvertretern und der Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler (SPD) an einem (Richtkronen)-Strang.
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Ein gutes Zeichen für Wittenberge: Das österreichische Unternehmen Austrotherm feierte im Juni 2013 Richtfest für seine 40 Millionen-Investition im Gewerbegebiet Nord. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (vorn) zieht gemeinsam mit Firmenvertretern und der Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler (SPD) an einem (Richtkronen)-Strang.

Bürgermeister Oliver Hermann sagt, weshalb er Wittenberges Bürgermeister bleiben und was er bewegen will

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23. März 2016, 21:00 Uhr

Am 10. April sind die elbestädtischen Wähler aufgerufen, ihren neuen Bürgermeister zu wählen. Amtsinhaber Dr. Oliver Hermann stellt sich zur Wiederwahl. Für den „Prignitzer“ sprach Barbara Haak mit ihm über Heutiges und Zukünftiges.

Was treibt Sie nach acht Jahren regulärer Amtszeit an, erneut als Stadtoberhaupt zu kandidieren?

Acht Jahre Bürgermeister sind unglaublich schnell vergangen. In Wittenberge hat sich in dieser Zeit eine Menge bewegt, vieles zum Positiven verändert. Daran auch in der Zukunft maßgeblich mitzuwirken, ist für mich der wichtigste Grund, erneut für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren.

Auf welche Veränderungen bzw. Entwicklungen während Ihrer Amtszeit sind Sie besonders stolz? Bitte nennen Sie fünf Beispiele.

Wittenberge hat wieder Vertrauen in sich selbst und in seine Zukunft. Ohne Vertrauen und Optimismus gibt es keine Stadtentwicklung.

Große Unternehmen wie Austrotherm, Frankotyp, Minimax oder der Elbeport haben sich bei uns angesiedelt. Aber auch kleinere Firmen haben investiert, wie z.B. Schacht, Lau-Förderanlagen, Inoxx-Laser oder Köhler-Rolladen.

Die Sanierung der Elblandgrundschule samt Sporthalle im Allende-Viertel sowie der Kita im Gehrenweg. Viele freie Träger haben ebenfalls investiert. Die Kinder- und Schülerzahlen haben sich stabilisiert. Zahlreiche soziale Angebote, wie z.B. im Awo-Treff, werden durch ein starkes ehrenamtliches Engagement realisiert.

Die Elbuferpromenade und die sanierten Industriedenkmäler der Ölmühle, der Hafenspeicher und des Lokschuppens verleihen der Stadt ein attraktives Gesicht. Daraus ergeben sich neue Chancen für den Tourismus.

Zahlreiche Straßen wurden saniert, unser Jahnschulviertel erstrahlt in einem neuen Glanz. Auch darauf bin ich stolz.

Was ist Ihnen nicht gelungen, obwohl es für Sie ganz oben auf Ihrer Agenda stand oder steht?

Die Entwicklung der Innenstadt hatte zunächst einen vielversprechenden Start. Für Nessler war eine Nachfolge gefunden, und auch andere Geschäfte siedelten sich in der Bahnstraße an, z.B. anika-Schuh, NKD, Steinecke oder das Reformhaus. Durch den Weggang von Henwi und Edeka ist diese Entwicklung ins Stocken geraten. Die Belebung der Innenstadt ist daher für die Zukunft ein Schwerpunkt.

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, nicht wieder als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Bitte begründen Sie das Ja bzw. Nein.

Nein. 2008 bin ich für acht Jahre als Bürgermeister angetreten. Über die Zeit danach habe ich zunächst nicht weiter nachgedacht. Aus den oben genannten Gründen habe ich mich dann im vorigen Jahr für eine erneute Kandidatur entschieden.

Vervollständigen Sie bitte mit fünf Beispielen den Satz: „Bei meiner Wiederwahl werde ich mich besonders konzentrieren auf ...“

... die weitere Stärkung von Wittenberge als Industrie- und Verkehrsstandort.

... die Belebung der Innenstadt, insbesondere die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes.

... die Fortführung des Stadtumbaus zur Stärkung des Wohnstandorts durch Abriss, Sanierung und Neubau.

... die Stärkung des Tourismus durch eine weitere Verbesserung der Infrastruktur und ein gutes Marketing.

... die Konsolidierung des städtischen Haushalts, damit Wittenberge auch in der Zukunft investieren kann, z.B. in Außensportanlagen für unsere Grundschulen.

Welche gravierenden Veränderungen wird es in Wittenberge in den nächsten Jahren nach Ihrer Meinung geben?

Der demografische Wandel wird Wittenberge auch in Zukunft begleiten. Ziel muss es dabei sein, Wittenberge als städtischen Anker im ländlichen Raum langfristig zu stabilisieren. Hier sind wir ein gutes Stück vorangekommen, und Wittenberge hat gute Chancen, dieses Ziel zu erreichen. Der Charakter der Stadt wird sich auf der eingeschlagenen Richtung langsam, aber nachhaltig verändern: eine attraktive Stadt an der Elbe, wo man gerne wohnt und arbeitet, einkaufen und Kultur erleben kann.

Welche Entwicklungen haben Bürgermeister, Parlamentarier und Bürger selbst in der Hand? Wie weit hängt eine kleine Stadt wie Wittenberge von der Politik der Nachbarkommunen, des Landkreises und Landes ab?

Wir selbst können vor allem dafür sorgen, dass es in der Stadt ein Klima des Vertrauens, des Miteinanders für die städtischen Belange gibt. Auch hier haben wir in den letzten Jahren viel erreicht, jetzt gilt es, uns diesen Optimismus für die Zukunft zu wahren.

In der Prignitz muss es eine Entwicklung geben, die jeder Gemeinde ausreichend Luft zum Leben lässt. Hier geht es zum Beispiel um die langfristige Finanzierung unserer großen Einrichtungen wie Kulturhaus oder Schwimmhalle. Diese Entwicklung in der Region richtig zu steuern, ist Aufgabe von Land und Kreis.
 

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