"Ich schenke die Nähmaschinen"

Das Stadtmuseum verfügt über eine umfangreiche Maschinensammlung, die dank der sehr großzügigen Spende nun weiter komplettiert werden kann. dpa
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Das Stadtmuseum verfügt über eine umfangreiche Maschinensammlung, die dank der sehr großzügigen Spende nun weiter komplettiert werden kann. dpa

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20. Januar 2012, 06:06 Uhr

Wittenberge | Die von einem süddeutschen Ehepaar über Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung von Singer-Nähmaschinen ist für das Wittenberger Museum gerettet. Dank schuldet die Stadt dafür dem von hier stammenden Schauspieler Udo Schenk. Der bekannte Mime hat, wie er dem "Prignitzer" gestern im Gespräch bestätigte, 5000 Euro auf das Konto des Kultur- und Tourismusbetriebes überwiesen, damit die Sammlung nach Wittenberge geholt werden kann.

"Ich habe vor Freude geweint", reagierte gestern Museumschefin Birka Stövesandt. Durch die mehr als großzügige Spende von Schenk kann der Stadt ein Stück ihrer industriellen Geschichte bewahrt werden.

Der Kultur- und Tourismusbetrieb und auch die Stadt haben in ihrem Haushalt kein Geld, um die zu einem sehr moderaten Preis zum Verkauf stehende Sammlung zu erwerben, es drohte die Gefahr, dass die Singer-Nähmaschinen und ergänzende wichtige Sammlerstücke einzeln verkauft würden (der "Prignitzer" informierte am 19. Januar).

Stadtmuseum bzw. KSTW hatten deshalb mit ihren Weihnachts- und Neujahrsgrüßen bzw. mit Einladungen Bittbriefe um Spenden verschickt. Auch Udo Schenk, der immer wieder auch durch sein Engagement für Projekte hier in Wittenberge von sich Reden machte, fand, als er mit seiner Gattin von einem Kurzurlaub zurückkehrte, den Brief mit der Spendenbitte. "Es gibt den Link auf der Website der Stadt, da kann man sich im Internet Teile der Sammlung anschauen. Das habe ich getan und festgestellt, sie ist wirklich sehr schön", sagte der Schauspieler gestern am Telefon der Redaktion. In ihm sei die Erkenntnis gereift: "Diese Sammlung sollte Wittenberge haben als ehemalige Stadt der Nähmaschinen." Da er zu jenen gehöre, die eine emotionale Verbindung zu ihrer Heimatstadt haben, "und ich es mir leisten kann, weil ich viel als Dr. Kaminski operiert habe, habe ich mir gedacht, ich schenke Wittenberge die Singer-Nähmaschinen, das ist etwas, was auch mir gefällt". Udo Schenk spielt in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" die Rolle des Dr. Kaminski, ist regelmäßig dienstags im Fernsehen zu erleben.

Museumsleiterin Stövesandt hofft, dass sich weitere Spender finden, "damit wir die Sammlung in einer Sonderschau präsentieren und sie mit Veranstaltungen abrunden können".

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