Teilnehmer aus 11 Ländern : „Ich möchte am liebsten alles lernen“

Bereit für die Akademie: Der künstlerische Leiter, Angelo Raciti (l.), führte die Teilnehmer zum Start der dreiwöchigen Seminare durch Perleberg. Fotos: felix alex
Bereit für die Akademie: Der künstlerische Leiter, Angelo Raciti (l.), führte die Teilnehmer zum Start der dreiwöchigen Seminare durch Perleberg. Fotos: felix alex

Treff der Kulturen bei der Lotte-Lehmann Akademie: Teilnehmer von vier Kontinenten und aus elf Ländern angereist

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03. August 2015, 12:00 Uhr

Die Sympathien scheinen sofort vorhanden zu sein. Auch wenn sich die jungen Leute teilweise erst wenige Minuten kennen, wird bereits zusammen gelacht und sich ausgetauscht. Und das unter schwierigsten Bedingungen – kommen sie doch von vier verschiedenen Kontinenten, aus elf unterschiedlichen Ländern. Ursache für dieses sofortige Verständnis könnte die gemeinsame Berufung sein. Eint alle doch ihr Liebe zum Operngesang, die sie zur 7. Lotte-Lehmann-Sommer-Akademie führte.

„Dies ist ein Angebot für Leute zwischen Studienabschluss und Berufseinstieg“, verdeutlicht der künstlerische Leiter, Angelo Raciti. Eingebettet in verschiedene Konzerte, werden die Teilnehmer bis zu drei Wochen intensiv auf die anspruchsvolle Arbeit an den Opernhäusern vorbereitet. „Jeder Dozent hat verschiedene Ansätze und unsere 16 Teilnehmer können bei jedem Unterricht haben“, so Raciti. Egal ob musikalische Coachings oder das Ganzkörpertraining Pilates. „Ein Opernsänger muss fit sein und bei diesem Sport wird genau die entgegengesetzte Muskulatur wie beim Singen trainiert“, verdeutlicht der künstlerische Leiter. Um 8 Uhr beginnen täglich die Sportübungen, gefolgt von Kursen und mehrmals aufgelockert wird es durch Konzerte. „Diese sind Teil des Lernprogramms und hier können die Teilnehmer ihre Erkenntnisse gleich einbringen“, so Raciti.

Eine der angehenden Opernsängerinnen ist Taxia Kanati. Für die gebürtige Griechin ist schon lange klar, dass es für sie beruflich nur die Bühne gibt. „Ich habe mit 15 Jahren meinen ersten Gesangswettbewerb gewonnen. Meine Stimmlage – Mezzosopran – ist aber nicht für die griechische Volksmusik geschaffen, sondern eher für die Oper“, erzählt die 29-Jährige. Also ließ sie ihrem in der Heimat erworbenen Gesangs-Diplom ein Masterstudium Operngesang in Deutschland folgen. „Joga, Fechten, die italienische, französische oder deutsche Sprache gehören hier ebenso zum Fachtraining wie der Tanz“, erzählt sie. Und auch wenn sie bereits bei internationalen Aufführungen in größeren Rollen mitwirkt, gibt es doch noch immer viel zu lernen. „Hier sind viele bekannte Sänger als Dozenten. Ich möchte am liebsten alles von ihnen lernen“, erzählt die geborene Athenerin. Denn, so Taxia Kanati, ein Leben ohne die Bühne sei für sie nicht möglich: „Ich möchte am liebsten immer auf den Bühnen der Theater stehen.“

Gelegenheit dazu wird sie nicht nur in den kommenden Tagen genügend haben, sondern vor allem auch auf der Abschlussgala. Dass sie überhaupt solange bleibt, ist eher einem Zufall geschuldet. „Eigentlich war der ,Weibermarsch‘ aus der Operette ,Die lustige Witwe‘ geplant, aber diese lustige Witwe ist bei uns gestorben, d.h. die Teilnehmerin, die dafür geplant war, hat kurzfristig abgesagt und nun bleibt Taxia eben eine Woche länger und singt für uns die Großherzogin“, blickt Saskia Kuhlmann voraus.

Sie selbst ist für die festliche Abschlussgala mit dem Titel „Weiber? Männer!“ am 21. August im Hotel Deutscher Kaiser zuständig und verspricht, dass es auch in diesem Jahr stürmisch, bunt zugehen wird. „Wir suchen immer Stücke und Arien, die sich selbst erzählen“, so Kuhlmann. Den genauen Plan dafür hat sie schon länger im Kopf. „Drei Wochen vorher muss man mit einer Idee nicht ankommen, es ist alles bereits fertig und man wartet nun noch ab, wie sich alles entwickelt.“

Dass diese Entwicklung stetig und beträchtlich sein kann, dafür wollen die Dozenten um Angelo Raciti sorgen: „Wir hatten 2010 eine Teilnehmerin, mit einer eindrucksvollen Stimme, als wir uns 2014 wiedergesehen haben, war ich hin und weg, was plötzlich alles klappte. So etwas wollen wir erreichen.“

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