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Der Prignitzer

23. November 2017 | 23:07 Uhr

Husarenstück rettet Klein Breese

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2013 | 07:09 Uhr

Breese | In nur einer Nacht haben Breeser sich einen ganz neuen Deich gebaut. "Hätten wir nicht sofort gehandelt, wäre uns von hinten Klein Breese vollgelaufen, das Wasser hätte sich seinen Weg ins Knieperloch gesucht, ein riesiger See wäre entstanden", sagt Bürgermeister Werner Steiner. Gefragt haben die Breeser niemanden um Erlaubnis.

Von einer Nacht- und Nebelaktion wollen das Gemeindeoberhaupt und Feuerwehrchef Holger Kämmerer aber trotzdem nicht sprechen. Dass es in gewisser Weise ein Husarenstück auf eigene Verantwortung war, lassen sie aber gelten. "Wir mussten einfach handeln", sagen die beiden Männer. Denn die Stepenitz suchte sich aus der vollgelaufenen Niederung bei Weisen schon ihren Weg über das Gelände des Pferdesportvereins durch das Wäldchen nach Breese. Geschätzte 800 Meter ist der neue Damm lang und verläuft zum großen Teil auf dem Weisener Weg, also jenem mit Platten ausgelegten Weg, der hinter der Stepenitzbrücke bei Weisen durch den Wald Richtung Breese und dann durch den Ort selbst führt. Von Weisen aus ist der Weg deshalb momentan auch nicht befahrbar. Gestern hat ein Autofahrer trotz Sperrschild versucht, sich irgendwie neben dem Damm durchzuschlängeln und sich festgefahren. "Selbst alte Breeser, die schon viel erlebt haben, konnten sich nicht vorstellen, dass uns von der Seite Gefahr droht", sagen Jutta Dierke und ihr Mann Eckhard, alteingesessene Bewohner und Mitglieder der Feuerwehr. "Wir hatten an dem Wald aber schon 2002 Probleme" erinnert sich Bürgermeister Steiner.

Vor elf Jahren konnten die Breeser aber noch mit Sandsäcken das Wasser stoppen. Das hat diesmal nicht mehr gereicht. "Die Säcke sind einfach weggespült worden, und das Wasser stieg immer noch. Die Elbe ging auf die Acht-Meter-Marke zu", sagt der Feuerwehrchef. Und wie so häufig in den letzten Jahren haben die Breeser zur Selbsthilfe gegriffen. "Wen sollten wir in einer solchen Situation noch fragen? Torsten Voß von der Perleberger Tiefbaugesellschaft hat sich auf den Radlader gesetzt. Aus dem angrenzenden Feld haben wir den Sand auf den Weisener Weg und am Waldsaum geschoben", sagt Steiner und verweist auf die Höhenmessungen, "die wir aus Vorsicht für Breese vorgenommen haben. Damit wussten wir, wann es aus der Ecke, die so harmlos aussieht, anfängt zu laufen". Der Sandwall im Weisener Weg wird noch etwas liegen bleiben. "Den räumen wir zum Schluss weg", sagt Steiner. Die Leute müssen sich darauf einstellen, dass sie einen Abschnitt der recht beliebten Wegverbindung nicht befahren können.

Das Breeser Gemeindeoberhaupt wendet sich über den "Prignitzer" in einer wichtigen Angelegenheit an die Öffentlichkeit. "1600 Bürger der Gemeinde haben in den letzten Tagen eine große Arbeit geleistet, so dass wir uns vor der Hochwasserflut schützen konnten", dankt er. Aber: "30 Bürger in der Trift konnten trotz großer Anstrengungen ihre Häuser nicht vor dem Wasser schützen." Steiner sagt: "Ich bitte alle Breeser, sich mit ihnen solidarisch zu zeigen."

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