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Der Prignitzer

24. November 2017 | 23:34 Uhr

Karstädt : Hunderte Bäume für Windräder

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vorentwurf der B-Plan-Änderung für den Windpark Karstädt liegt aus. Auch Kompensationsmaßnahmen wurden vorgestellt.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 12:00 Uhr

„Ich bin enttäuscht, dass so wenig Karstädter da sind“, meinte Ortsvorsteher André Lüdemann. Er war einer von vier Bürgern, die zur Versammlung am Donnerstag kamen, dazu zählte unter anderem noch Gemeindevertreter Hartmut Rusch aus Pröttlin und Reinhard Leber aus Stavenow. Es ging um die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bau weiterer vier Windräder im Windpark Karstädt. Dazu muss der B-Plan Nr. 8 geändert werden. Den Aufstellungsbeschluss dazu hatte die Gemeindevertretung am 17. Oktober 2013 gefasst.

Diplom-Ingenieur Michael Menger vom Investor Denker & Wulf, der bereits 40 Windkraftanlagen in der Gemeinde Karstädt gebaut hat, stellte den Vorentwurf vor, der sich allerdings zu den Ausführungen gegenüber dem Ortsbeirat vor rund einem halben Jahr nicht geändert hat. Der Standort ist das Gebiet an der alten B 5 gegenüber dem Ortsteil Semlin. Zwei Anlagen sollen parallel zur alten B 5 und zwei im Bereich des Waterlooer Weges aufgestellt werden.

Das Bürgerwindrad soll nach vorläufigen Planungen eine Nabenhöhe von 134 Metern und eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern haben. Die drei anderen Anlagen werden hoch sein, aber kleinere Rotoren haben, informierte Michael Menger. Das nächstgelegene Wohnhaus ist von der dichtesten geplanten Anlage 675 Meter entfernt. Damit werden die im B-Plan festgesetzten 650 Meter problemlos eingehalten.

Fragen kamen in Bezug auf den Schattenwurf und den Eisansatz auf. Letzteres könnte gerade bei den Anlagen nahe der alten B5 gefährlich werden. Wie Menger erklärte, schalten sich die Anlagen durch Sensoren dann automatisch ab. Erst nach einer Prüfung würden sie wieder angeschaltet werden. Was den Schattenwurf betrifft, müssten laut Richtlinie 30 Minuten am Tag akzeptiert werden.

Neu hingegen war am Donnerstag die Vorstellung möglicher Kompensationsflächen. Durch die Errichtung der Fundamente der vier Windräder, werden rund 1400 m2 voll versiegelt. Das bedeutet für den Investor, dass rund 4800 m2 als Ausgleichsfläche geschaffen werden müssen. Nach Berechnungen muss der Investor dafür rund 119 000 Euro in die Hand nehmen.

Vorgesehen sind in der Vorentwurfsphase vom K.K-RegioPlan, Büro für Stadt- und Regionalplanung Pritzwalk folgende Maßnahmen: die Entsiegelungen des Bergeraums der Agrargenossenschaft Karstädt, Färsenstall Neuhof und Rest Hochsilo Neuhof. Gepflanzt werden sollen in Neuhof auf 1250 Quadratmetern eine Streuobstwiese, in der Gemarkung Birkholz Laubbäume auf 1150 Quadratmetern, 176 Obstbäume in Mankmuß auf 2200 Quadratmetern, 80 Obstbäume in Seetz, sowie eine überschirmte Hecke und eine Feldhecke in Birkholz.

„Das sind mehr Flächen, die Kosten dafür würden sich auf rund 224 000 Euro belaufen, sodass wir immer noch Puffer haben, sollte eine Maßnahme nicht umgesetzt werden können“, erkärte die Chefin des Planungsbüros, Karin Kostka. Möglich durch die Auslegung wäre aber auch, da es sich erst um einen Vorentwurf handelt, dass noch andere Kompensationsflächen in die Planung aufgenommen werden.

So hatte sich Karstädts Ortsvorsteher im Zuge der Entsiegelung für das ehemalige LPG-Kulturhaus in Karstädt stark gemacht. „Das ist ein Schandfleck. Der Grundstückeigentümer will aber nicht. Das Haus verfällt jetzt schon seit 15 Jahren. Und es wird noch weiter verfallen und könnte so letztendlich zur Gefahr werden“, so André Lüdemann.

Die Vorentwurfs-Planungsunterlagen liegen jetzt noch in den nächsten drei Wochen in der Gemeindeverwaltung aus. Jeder Bürger kann sie einsehen und auch eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Danach werden die Planungen nochmals überarbeitet und ausgelegt. Eine weitere Bürgerversammlung wird es allerdings nicht mehr geben, wie aus dem Bauamt der Gemeinde Karstädt und von den Planern zu erfahren war.


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